Formen - mal wieder

  • Angeregt durch ein Thema in einem anderen - vielen von uns bekanntes Forum - in Bezug auf die Sinnhaftigkeit von Formen habe ich nachfolgenden Text verfasst, der meine ganz persönliche Meinung wiedergibt und den ich hier zur Diskussion stellen möchte (wenn Bedarf besteht).


    Es geht mal wieder um Sinn und Unsinn von Formen - hier im Taekwon-Do:


    Das wird jetzt etwas länger ;)


    Nun dann, hier meine persönliche Meinung und Auffassung zu den Formen. Ich spreche hier in erster Linie vom Taekwon-Do – Chan-Hun Stil nach Choi, Hong-Hi, das ich seit 1970 betreibe.

    Zum Ersten sind die Formen zentraler Bestandteil des Curriculums des Taekwon-Do – neben der Grundschule, dem Hosinsul, dem Kampf und dem Bruchtest (der ja auch von vielen in Frage gestellt wird). Somit erübrigt sich für mich die Frage, ob sie zu lernen sind oder nicht, da sie einfach dazu gehören.


    Kommen wir zu „Sinn oder Unsinn“ der Formen:

    Mit den Formen lernt der Taekwondoin sich im dreidimensionalen Raum zu bewegen. Hand- Fuß Kombination in Verbindung mit Raumkoordination. Eine ideale Schule zur Bildung neuer neuronaler Verbindung , da hier das Gehirn mit jeder Menge neuer Reize geflutet wird. Ähnlich wie beim Erlernen eines Instrumentes oder Tanzen (dies ist wissenschaftlich mehrfach nachgewiesen worden).


    Die Formen werden mit jeder Stufe komplizierter und komplexer, so dass beständig neue Hürden genommen werden müssen. Mit dieser Steigerung erschließen sich dem Taekwondoin immer komplexere Bewegungsstrukturen, alles wird runder und fließender. Das Körpergefühl steigert sich, der Gleichgewichtssinn wird gestärkt, genau wie die Muskulatur.

    Der Übende synchronisiert Hand-Fuß- Körper, lernt sich in die Techniken „fallen“ zu lassen.


    Wenn ich mit Anfängern Pratzentraining mache - das bei mir von Anfang an dazu gehört - haben sie null „Wumms“, fallen bald um oder „prallen“ ab, haben kaum Körpergefühl – von der Technik mal ganz zu schweigen. Beobachtet einfach mal „Newbies“, die zum ersten Mal auf einen Sandsack einschlagen. Da muss man schon ganz schön intervenieren, damit sie sich nicht verletzen ;)

    Je länger sie aber üben, umso besser wird es!


    Versteckte geheime Techniken:

    Nun sagen wir mal so: Einem Anfänger wird sich die Bedeutung vieler Techniken verschließen und auch jemandem, der sich nur rudimentär mit den Formen beschäftigt.

    Lernt und übt man aber weiter und weiter und weiter, erkennt man auf einmal, wozu welcher Ablauf genutzt werden kann. Ich halte es von Anfang an so, dass ich meinen Leuten Abläufe und Techniken körperlich darstelle – d.h. demonstriere.


    Beispiel 3.Form Do-San:

    Da gibt es ziemlich in der Mitte einen Keil Block (Heycho Magki) mit anschließendem Tritt (Ap-Chagi) und Doppel Faustkombination (Gunnun So Ap Jumok Kaunde Parro Ap Chirugi, Pandae Ap Chirugi).

    Eine ideale Kombination zur SV, die dort – natürlich nicht so steif – dazu dienen kann, ein fassen eines Angreifers zu vermeiden und ihn nieder zu strecken.

    Und so etwas zieht sich durch alle Formen.


    Je länger man die Formen übt und sich mit den Techniken beschäftigt, umso mehr erschließt sich.

    Das hat aber nichts mit versteckten oder sogar geheimen „verschlüsselten“ Techniken zu tun. Es ist einfach ein beschäftigen mit dem, was man tut.


    Sind die Formen für das Kämpfen sinnvoll oder notwendig:

    Sagen wir mal so – Man macht aus einem Kämpfer nicht unbedingt einen guten Formenläufer und aus einem guten Formenläufer nicht unbedingt einen guten Kämpfer. Beim zweiten stehen die Chancen aber recht gut, da er „versteht“ was er macht (immer vorausgesetzt, er/sie beschäftigt sich mit dem was er/sie tut).


    Die Voraussetzung sind einfach optimaler.

    Durch die Gewöhnung an die komplexen Abläufe in den Formen ist dem Taekwondoin viel leichter beizubringen, die komplexen Bewegungen in einem Kampf zu lernen und zu begreifen.


    Und nun zu einem für mich ganz wichtigen Punkt:

    Was tue ich, wenn meine „Kämpferzeit“ vorbei ist?

    Alles an den Nagel hängen und irgendwo in ein Fitness Studio gehen um einigermaßen fit zu bleiben?

    Oder übe ich weiterhin die komplexen Bewegungsabläufe um mich fit zu halten, mich mit dem zu beschäftigen was mir schon viele Jahre Spaß und Freude bereitet hat.


    Ich bin jetzt seit 1970 dabei – also jetzt 49 Jahre – und meine Hochleistungszeit ist schon lange vorbei. Sicherlich kann ich im Sparring – auch das ist integraler Bestandteil meines Trainings – immer noch gut mithalten (auch wenn ich bei meinen Spitzenkämpfern höllisch aufpassen muss – sie allerdings bei mir auch).


    Aber das eigentliche Kämpfen auf sportlicher Basis ist nicht mehr mein Schwerpunkt. Es gibt dennoch so viel, was ich aus meiner Beschäftigung mit dem Taekwon-Do ziehen kann. Immer wieder finde ich oder erschließen sich mir – sozusagen im Vorbeigehen – Sachen aus den Formen, die ich auch in der SV nutzen kann, wo sich beim Üben mit meinen Leuten bei Ihnen „Aha“ Effekte ergeben.


    Beispiel „Kolchyo Magki“ hakenförmige Abfangbewegung - 5.Form Yul-Gok.

    Super in der SV, da ich damit ganz locker und ohne großen muskulären Aufwand mein Gegenüber greifen und an mich heranziehen kann (selbstverständlich nicht so stilisiert, wie in der Form selber).


    Oder Gutja Magki – Abfangbewegung in Form einer Neun – 12. Form Ge-Baek

    Gestern noch gezeigt, dass ich damit einen Angreifer mit dem Rücken zu mir „stelle“ um ihn dann über Druck auf den Kehlkopf nach hinten zu Fall zu bringen.

    Ob dies im Sinn von Choi war, mag dahingestellt sein. Ich will damit nur sagen, dass es so ist wie es ist.


    Fazit

    Für mich sind Formen zentraler Bestandteil meines Trainings! Das es durchaus auch andere Wege gibt, steht außer Frage.


    Aber ich habe vor vielen Jahren den Taekwon-Do Weg eingeschlagen und hoffe ihn noch viele Jahre gehen zu können. Sicherlich nutzen mir dabei auch meine Erfahrungen aus 12 Jahren intensiven Judo Trainings und mein stetiger Blick über den berühmten Tellerrand und der Kontakt zu vielen guten Leuten aus anderen Kampfarten.


    Jeder hat seine spezielle Art, Dinge anzugehen und es gibt kein Gut oder Schlecht. Es gibt nur Dinge, die funktionieren oder die nicht funktionieren.

    Was das größte Manko ist: In unserer schnelllebigen Zeit möchte jeder ohne großen Aufwand in möglichst kurzer Zeit Erfolge sehen.


    Aber so funktioniert das nicht!


    Möchte ich etwas richtig verstehen und studieren, reicht ein Leben kaum aus. Und das gilt nicht nur für die Kampfarten sondern für alles und jedes!


    Leider sind die wenigsten dazu bereit und so wird viel an Wissen verloren gehen.

    Und irgendwann einmal wird man dann von „geheimen und versteckten“ Techniken reden, da niemand mehr da ist, der weiß, wie es richtig geht.

    Don't dream it, be it!

  • Hi Drax,

    da bin ich voll bei Dir!

    Ich bin ja in einem HKD-Stil, der ebenfalls Formen übt. Vom Raum- und Bewegungsgefühl einmal abgesehen sind Formen ja nichts anderes als eine Abfolge von Techniken. Leider beobachte ich auf Seminaren, dass Formen einfach "nachgetanzt" werden, zum einen weil der Schüler nicht versteht was er da macht, zum anderen und viel schlimmer, der Lehrer oft nicht erklären kann wozu es nützt.


    Ich behaupte mal, wenn eine Form richtig erklärt wird, hat auch ein Schüler mehr Spaß daran.

    K/

    Hapkido- die Kunst Kleider zu falten, in denen noch Menschen stecken!

  • Hallo Drax


    leider eine sehr, sehr späte Antwort auf Deine Zeilen.


    Nachdem ich Deinem Vorschlag angenommen und mir das Buch von Alex Gillis " Tödliche Kunst " gekauft und gelesen ,

    mußte ich mein von " Meistern des Taekwondo " erworbenes Wissen gründlich überarbeiten.


    Gelernt habe ich am Anfang meines Taekwondo- Trainings die Formen -Lehre Hyong.

    Angefangen mit der 1. Form Chon -Ji Hyong ..

    Der Genera Choi Hong-Hi hatte in Japan das Shotokan- Karate gelernt und nach eigenen Angaben nach zwei Jahren den ersten Dan erhalten.

    In diesem Buch wird deutlich hervorgehoben, was Funakoshi in Japan unterrichtete.

    Das Karate von damals ist nicht das " Sport-Karate was der DJKB oder DKV ... " unterrichten.

    Die Schläge und Tritte zielten auf die Vitalpunkte des Körpers und waren von verheerender Zerstörungskraft.

    Dieses koreanische Karate war eine " Kriegskunst " kein Breitensport, kein Wettkampfsport..


    Die neuen Formen wurden auch nicht von allen " Meistern des koreanischen Karate " übernommen, viele lehrten noch immer die Shotokan- Formenschule von Funakoshi.

    Dann sollte nicht unerwähnt bleiben, diese Kriegskunst " Taekwondo, Cheong Do, usw. " bestand aus zehn Hand und acht Fußtechniken , die von Kämpfern ausgeführt wurden, deren Hände und Füße durch Training mit Holzbrettern und Dachziegeln abgehärtet waren. ( Könnten auch einige Techniken mehr gewesen sein aber nicht so viele wie heute )


    Der General : Malaysia: Die Grundsteinlegung des Tae Kwon Do.

    Seite 77, dort finde ich viele Hinweise, wie Choi die neuen Formen Hyong und seine neuen Taekwondo- Bücher vorbereitet hat.


    Worin sich Taekwondo oder das koreansiche Karate vom Shotokan Karate unterscheidet, diese Kriegskunst wurde von Nam Tae-hi einem besonders guten Kampfsportler unter der Anweisung vom General in der 29. Division den Soldaten beigebracht.

    Nam Tae-hi trainierte auch die Soldaten aus Südkorea die in Vietnam kämpften.


    Ich bin Dir lieber DRAX sehr dankbar, für den Hinweis auf dieses Buch.

    Jetzt kann ich besser einschätzen, was Taekwondo für eine " Geschichte hat " und warum etwa Kwon Jae-hwa noch immer bei den alten Hyong geblieben

    und warum er soviel Wert auf die Bruchtests legt.


    ;)

  • Auf diese Zeilen erlaube ich es mir, meine eigenen Gedanken darzulegen.

    Natürlich aus der Sicht eines Taekwondo-in .



    Die Formen-Lehre des Taekwondo - Hyong -( 20 ), gehören neben Bruchtest, abgesprochenem Freikampf, zur Prüfung.

    Da ich einige Jahre Shotokan -Karate geübt und natürlich die Shotokan- Formen , war das Ziel dieser Übungen:

    Körperhaltung, Konzentration, richtige Ausführung der Techniken, Atmung, Rhythmus und Ausführung der Form.

    Keiner meiner Trainer hat in dieser Zeit nur ein Wort darüber verloren, wo sich geheime oder verschlüsselte Techniken in den Formen versteckt haben sollten.

    Meine Taekwondo- Trainer zeigten die Formen und das wars.


    Dann erlaube ich es mir, eine völlig andere Vorstellung davon zu haben, was Selbstverteidigung ist.

    Ich finde die Worte von Alexander Kelch, 5. Dan Taekwondo treffend.


    Die höchste Stufe seiner Ausbildung erreicht ein Taekwondo- Schüler mit der Fähigkeit, seine erlernten Techniken in Notwehrsituationen effektiv einzusetzen.

    (Taekwondo professional - Training- Taktik- Selbstverteidigung , Pietsch , Alexander Kelch )


    Rechtliche Grundlagen:

    § 32 des Strafgesetzbuches


    Abs.2 Notwehr ist die Verteidigung die erforderlich ist, um einen rechtswidrigen Angriff von sich oder eiinem anderen abzuwehren.


    Alexander stellt in seinem Buch zwei Arten von Angriffen vor:

    a) der erwartete Angriff, der allmählich aus einer eskalierenden Situation erfolgt,


    b) der unerwartete Angriff

    der den " Verteidiger " überrascht und dem Taekwondo-in kaum Möglichkeiten erlaubt, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen,

    um eine ideale Verteidigungsstellung zu finden.


    Da stellt sich mir die Frage, wie ich das lernen kann, wenn ich als Beispiel die Form : Won-hyo-hyong laufe.

    Aber das möchte ich hervorheben, das sind meine persönlichen Ansichten.


    ;)

  • Wir sind hier keine Rechtsberatung. Aber das so stehen lassen geht eben auch nicht. Essentielle Dinge wie die Wahl der Mittel, die in der Kurzfassung natürlich nicht drinstehen werden außer Acht gelassen.

    Um es klar zu machen. Notwehr ist ein sehr weit gespannter Begriff der bis auf die Ehre reicht.

    Nennt dich jemand "Dumme schwule Saue ohne Eier die stinkt wie ein Türke " ( noch Dämlicheres fällt mir nicht ein ) so rechtfertigt dieser abzuwehrende Angriff auf die Ehre eben keine gebrochenen Gliedmaßen.

    Einfach mal Urteile dazu durchlesen. Sehr dünnes Eis.


    Übrigens wir paddeln fröhlich im OT....also bitte. Formenlaufen !

    NIL DESPERANDUM

  • Hallo lieber KAJIHEI


    ich bin etwas überrascht.


    DRAX hat in seinem Beitrag zu den Formen des Taekwondo auf das hingewiesen, was die Karate-ka auch tun.

    Sie nennen das Bunkai die Anwendung einzelner Techniken in der Kata für die Selbstverteidigung.


    Wenn ich als Kampfsportler meine Techniken anwenden sollte, dann ist die Rechtslage doch klar und sollte den Schülern der Kampfsport-Arten auch bekannt sein.


    " Nach der Rechtsordnung ist es ausschließlich Aufgabe des Staates, beganngens Unrecht zu ahnden. Das bedeutet jedoch nicht, daß ein widerrechtlicher Angriff auf Rechtsgüter wie beispielsweise Leben, körperliche Unversertheit, Freiheit, Ehre und Eigentum hingenommen werden muss."


    Auszug aus : Taekwondo - Training-Taktik - Selbstverteidigung, von Alexander Kelch, Pietsch -Verlag.


    Notwehr § 32 StGB aus den Unterlagen was ein Ju-Jutsuka über Notwehr und Notstand wissen sollte ( Erich Reinhardt - Polizeiausbilder Wiesbaden)

    (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handlet nicht rechswidrig.


    (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.


    Ich bin der Ansicht die Grundlagen der Notwehr und Nothilfe, selbst § 127 StPO die Vorläufe Festnahme,

    sollte ein Trainer seinen Schülern der Kampfkünste in den Grundzügen vermitteln, damit er klar erkennt, was die erforderliche Selbstverteidigung ist.


    Oder ist dieser Grundsatz jedem Kampfsportler bekannt?

    Die erforderliche Verteidigung

    Ist eine Notwehrsituation gegeben, so darf dem Verteidiger nicht jedes Mittel recht zur Abwehr des Angriffes auf seine Schutzgüter recht sein.

    Art der Verteidigung und die Anwendung von Mitteln sind abhängig von der Heftigkeit des Angriffs, der Gefährlichkeit des Angreifers und den Möglichkeiten, die dem Angegriffenen zur Verfügung stehen. Zwischen der Intensität des rechtswidrigen Angriffes und der Verteidigung darf kein Mißverhältnis entstehen.


    Natürlich gebe ich Dir vollkommen recht. Das Thema ist die Formen- Lehre des Taekwondo.

    Wenn ich mich aber entschließe einzelne Techniken dieser Formen für die Selbstverteidigung einzusetzen, dann sollte mir auch klar sein,

    was die Rechtssprechung erlaubt.


    Es würde mich sehr freuen, wenn Du KAJIHEI meinen Text lesen und dann beurteilst, bleibt er stehen oder löschst Du.


    ;)

  • Ich habe den Text gelesen und mir nur erlaubt auf rechtliche Fallstricke hin zu weisen. Z. B. dem der Verhältnismäßigkeit. Dem Leser sei alles andere überlassen. Im Grunde genommen das was du jetzt im Nachsatz einräumst.

    Oder ist dieser Grundsatz jedem Kampfsportler bekannt?

    Die erforderliche Verteidigung

    Ist eine Notwehrsituation gegeben, so darf dem Verteidiger nicht jedes Mittel recht zur Abwehr des Angriffes auf seine Schutzgüter recht sein.

    Art der Verteidigung und die Anwendung von Mitteln sind abhängig von der Heftigkeit des Angriffs, der Gefährlichkeit des Angreifers und den Möglichkeiten, die dem Angegriffenen zur Verfügung stehen. Zwischen der Intensität des rechtswidrigen Angriffes und der Verteidigung darf kein Mißverhältnis entstehen.

    Und damit wieder zurück zum Thema, wir sind hier kein Anwaltsbüro. Ich lasse die Texte aber trotz Allem da. Einfach für Anfänger die glauben alles per Notwehr rechtfertigen zu können.

    NIL DESPERANDUM

  • Wer kann entsprechend subsumieren, es vor einem Staatsanwalt, Strafverteidiger und/oder Richter rechtfertigen?
    Hälst du dich dazu in der Lage?

    Kannst du diess Mißverhältnis guachterlich klären?

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!


  • Bleiben wir beim Thema.


    Im 'Taekwondo wurden wie jeder weiß, in der Anfangszeit die Formen- Lehre des Shotokan- Karate unterrichtet.

    Später nachdem der Name " Taekwondo " von Choi Hong-hi durchgesetzt werden sollte, kamen die Hyong - 20 Formen ins Spiel.


    Nehme ich diese Hyong und vergleiche sie mit den Formen des Shotokan dann gibt es viele Gemeinsamkeiten.


    Martina Edenhofner, hat ein kleines Buch in den Handel gebracht.

    " Lebenskraft und Vitalität durch Karate"


    In diesem Buch werden die Formen des Shotokan- Karate aus einer anderen Sichtweise betrachtet.

    Führe ich die Grundtechniken korrekt durch, werden bei einigen Techniken positive Vitalpunkte stimmuliert

    Ähnliches findet sich auch im Kyusho, wobei das Ziel dort ein anderes ist.


    Nun ein Beispiel aus dem Buch;

    beim Schließen der Faust zum Fauststoß drückt die Spitze des Mittelfingers auf den Vitalpunkt Pc 9.


    Werden diese Feinheiten im Training bei Euch angesprochen oder wo liegen die Schwerpunkte in der Formenschule bei Euch?


    ;)

  • Wer kann entsprechend subsumieren, es vor einem Staatsanwalt, Strafverteidiger und/oder Richter rechtfertigen?
    Hälst du dich dazu in der Lage?

    Kannst du diess Mißverhältnis guachterlich klären?

    Du hast recht.

    Das Thema wurde unter : Das scharfe Schwert der Notwehr, sehr gründlich diskutiert.

    Entschuldige.


    ;)

  • DRAX hat in seinem Beitrag zu den Formen des Taekwondo auf das hingewiesen, was die Karate-ka auch tun.

    Sie nennen das Bunkai die Anwendung einzelner Techniken in der Kata für die Selbstverteidigung.

    Wobei Bunkai ein zweischneidiges Schwert ist.
    Viel zu oft scheint Bunkai in letzter Zeit nach dem Motto abzulaufen "Hey, ich hab da bei der letzten UFC was geiles gesehen" und schon wird es auf Teufel komm raus in eine Kata-Sequenz gepfropft.
    Die Resultate sind dann oft entsprechend haarsträubend.

  • Das Karate von damals ist nicht das " Sport-Karate was der DJKB oder DKV ... " unterrichten.

    Die Schläge und Tritte zielten auf die Vitalpunkte des Körpers und waren von verheerender Zerstörungskraft.

    Dieses koreanische Karate war eine " Kriegskunst " kein Breitensport, kein Wettkampfsport..

    Das Karate das in Japan in den 30en und 40ern unterrichtet wurde war doch schon längst Breitensport (was wenn man den Terminus als Abgrenzung zum Spitzensport nutzt nichts negatives ist).


    Und zum Thema "Kriegskunst" (ein Begriff mit dem ich im Zusammenhang mit Kampfkunst prinzipiell meine Probleme haben, traditionell bezeichnet Kriegskunst nämlich die Lehre von Strategie und Taktik):

    ARVN Special Forces Trainees learn Taekwondo [youtube]


    Kann sich jetzt jeder seinen Teil dazu denken.

  • Hallo Nite


    Wobei Bunkai ein zweischneidiges Schwert ist.
    Viel zu oft scheint Bunkai in letzter Zeit nach dem Motto abzulaufen "Hey, ich hab da bei der letzten UFC was geiles gesehen" und schon wird es auf Teufel komm raus in eine Kata-Sequenz gepfropft.
    Die Resultate sind dann oft entsprechend haarsträubend.


    Deinen Gedanken stimme ich bei.

    Bücher oder Lehrgänge über Bunkai kenne ich erst seit den letzten Jahren.

    Vorher fanden sich in den 27 Shotokan- Katas von Pflüger einige kleine Hinweise aber Bücher über Bunkai oder Lehrgänge

    von Meistern gab es nicht.


    Dann würde es mich interessieren, woher diese " Meister " ihr Wissen über Bunkai haben, das ursprünglich aus Okinawa oder China stammen soll.

    Beim DKV wird dieses Buch : Bunkai der Shotokan Kata bis zum Schwarzgurt... und weitere vertrieben.


    Oder dieses Buch von einem anderen Verband.



    vom Meyer & Meyer Verlag - Foto vom Buch -


    Kurz möchte ich darauf hinweisen, nachdem ich das Buch: Tödliche Kunst - die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do , von Gillis gelesen,-

    andere Artikel im Internet bestätigen die Angaben in diesem Buch - Taekwondo oder koreanisches Karate als eine Kriegskunst bezeichne.


    Einer der Gründer des Taekwondo Choi Hong-hi lernte Karate mitten im Zweiten Weltkrieg in Japan und kehrte 1942 mit dem 2. Dan in sein Heimatdorf in Korea zurück. Nachdem die Japaner Korea verlassen hatten, war es in Korea nicht friedlicher. ( nur ein kurzer Überblick aus dem Buch)

    Es kam der Koreakrieg und Choi Hong-hi unterrichtete seine Soldaten in " Tang Soo Do " ( koreanischem Karate ).

    Ein sehr bekannter Tang Soo Do Meister Nam Tae-hi dessen Fähigkeiten im Nahkampf berühmt war, Schlacht auf dem Yongmun-Berg östlich von Seoul

    wurde sein Chef-Trainer für Tang Soo Do oder später Taekwondo in seiner Einheit.

    Dabei sollte nicht vergessen werden, Choi war mit 33 Jahren bereits ein Zwei-Sterne- General und befahl 100 000 Soldaten.


    Im Buch wird darauf verwiesen, daß der Kampfstil der damaligen Zeit eine ganz andere Zielrichtung hatte.

    Es gab etwa 10 Hand- und 8 Fußtechniken... könnten auch einige mehr gewesen sein.

    Die Techniken zielten darauf ab, den Gegner bewegungsunfähig zu machen.


    Diese Geschichte des Taekwondo .. oder Tang Soo Do, oder andere Namen...seine Einführung beim Militär,

    ist mit ein Grund, warum in einigen Taekwondo Schulen die Fahne Südkoreas und auch Deutschlands an der Wand hängen.

    Ich möchte mich erneut bei DRAX bedanken, der in einem seiner Schreiben dieses Buch erwähnt hat.


    Warum im Taekwondo, die einen traditionelles Taekwondo, andere ITF- oder WT-Taekwondo betreiben, läßt sich verstehen,

    wenn man dieses Buch gelesen hat.

    Vielleicht auch warum Choi Hong-hi sein Taekwondo in Nord-Korea unterrichtete und dort ein Staatsbegräbnis erhielt.


    Hoffe, es war nicht zu langatmig.

    ;)

  • Auch wenn es ein Nebenschauplatz ist:

    Bei "Planen und Führen eines Krieges" befinden wir uns auf der strategischen und operativen Ebene.

    Die taktische Ebene (zu der auch Nahkampf gehört) ist in der klassischen Betrachtungsweise Kriegshandwerk.

  • Auch wenn es ein Nebenschauplatz ist:

    Bei "Planen und Führen eines Krieges" befinden wir uns auf der strategischen und operativen Ebene.

    Die taktische Ebene (zu der auch Nahkampf gehört) ist in der klassischen Betrachtungsweise Kriegshandwerk.


    Lieber Nite,


    danke für den Hinweis.

    Da ich länger bei der Bundeswehr war, möchte ich behaupten, mir sind diese Gedanken nicht völlig fremd.


    DRAX hat dieses Thema: die Formen im Taekwondo vorgestellt.

    Was der Schüler und der Meister durch das Üben der Formen lernen kann oder auch nicht.


    Wenn wir uns über die Formen im Taekwondo unterhalten, so ist es leider unumgänglich anzuerkennen, die ersten Formen im koreanischen Karate

    (siehe Entwicklung der koreanischen Schulen - ITF - Deutschland ) Buch : Tödliche Kunst, ..

    kamen aus der Karate- Richtung Shotokan , da die Schulleiter der fünf bedeutensten Schulen ( Kwan) alle bei Funkoshi in Japan Karate gelernt hatten.


    Drax hat zum besseren Verständnis des Taekwondo - das nicht nur in Deutschland - in drei große Richtungen künstlich geteilt ist:

    traditionelles Taekwondo, Taekwondo der ITF und der WT, ein Buch empfohlen.


    Tödliche Kunst - die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do. Störe Dich nicht an der Schreibweise, es gibt auch Taekwon Do,....


    In diesem Buch werden einige der Gründer dieser koreanischen Kampfsport-kunst oder Kriegskunst näher vorgestellt.

    Dann sollten wir nicht vergessen, Korea ist ein geteiltest Land und der Korea- Krieg hat diesem Land viel Unglück und Leid gebracht.

    1954 gab Choi Hong-hi ein zwei Strerne General dem Präsidenten Rhee eine Vorführung der 29. Division mit Techniken des koreanischen Karate ,

    um zu zeigen welche großartigen Soldaten unter seiner Führung stehen.

    Sein bester Trainer Nam Tae-hi vom Tang Soo Do zerstörte 13 Dachziegel mit einem Schlag, was dem Präsident gefallen hat.

    Wenn wir uns die Formen-Lehre des Taekwondo ansehen, dann wird es besondes bei den Hyong

    sehr deutlich, wie ähnlich viele Bewegungen den Katas im Shotokan- Karate sind.

    ( Hinweis: Taekwondo von Konstantin Gil, Falken-Sport, die 12 Taekwondo Hyong von M. Unruh, Weimann ( Schüler von Kwon Jae-hwa)

    es gibt bei den Hyong 20 Formen.


    Welche neue Ausrichtung die Formen der ITF TUL oder die Formen der WT Taeguk- Übungsformen haben, kann ich nicht beurteilen,

    da ich noch nie eine gelernt habe.

    Daher bin ich bei diesem Thema nur auf die Formen des Shotokan- Karate und die Hyong des Taekwondo eingegangen.


    ;)


    Vielleicht schreibt DRAX irgendwann auch wieder etwas zu seinem Thema.

  • Ich bin immer wieder erstaunt, manchmal amüsiert und manchmal auch verzweifelt, wenn ich lese, was hier aus manchen Themen gemacht wird.

    Da werden "Abhandlungen" verfasst um etwas darzustellen was nicht darstellbar ist. Manche Sachen muss man einfach praktisch "erleben und erfassen" anstatt so lange zu diskutieren, bis keiner mehr weiss um was es geht.

    Übrigens einer der Gründe lieber Kibon, warum ich lieber im Dojang statt vor der Tastatur sitze um hier was zu schreiben 😉

    Ich zitiere mich mal selber:

    "Was das größte Manko ist: In unserer schnelllebigen Zeit möchte jeder ohne großen Aufwand in möglichst kurzer Zeit Erfolge sehen.


    Aber so funktioniert das nicht!


    Möchte ich etwas richtig verstehen und studieren, reicht ein Leben kaum aus. Und das gilt nicht nur für die Kampfarten sondern für alles und jedes!


    Leider sind die wenigsten dazu bereit und so wird viel an Wissen verloren gehen"

    Don't dream it, be it!

    Einmal editiert, zuletzt von Drax ()

  • Hmmm, ich verstehe gerade nicht, warum du mich da in deinem Text erwähnst, Drax.

    Der Kevin war hier doch der Dauerschreiber....

    Hapkido- die Kunst Kleider zu falten, in denen noch Menschen stecken!

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