Antiquitäten-Anarchie

  • Das kann ich nachvollziehen. Ich kaufe nur noch etwas wenn ich anfange hibbelig zu werden, ticke wie ne Bombe, leicht sabbere, kurz überschnappe. Aber das behalte ich dann auch und freu mich Jahre drüber. Siehe mein Glatzlöpfchen oder meine kleine Umetada Tsuba die ich vor ? 25 Jahren ??? von einem Sabiji übernommen habe. Das Ding ist nicht das Wunder von Behtlehem, aber verdammt, es ist ein gute tsuba in originalem Zustand und ich mag es einfach. Basta Pasta. sowas verkauft man auch nicht mehr.

    Mein erstes und bis heute einziges Katana hab ich auch noch. Ja es hat einen Fehler die Klinge, aber das ist egal. Der Rest ist Oberaffenarsch geil. Das Schwert hab ich über dreißig Jahre und seither viel gesehen. Trotzdem behalt ich es. nicht wegen der Macke wegem dem Rest. Hat es Papiere, nö. Interessiert mich auch einen Dreck. Ich weiß das Ding ist eine gute Klinge, ich weiß wer sie gebaut hat, also was soll mir ein Papier da noch sagen ? Übrigens ich entdecke heute noch Kleinigkeiten auf dem Ding.

    Hagenbusch meinte mal vollkommen korrekt, man solle doch bitte immer das Alter in das Kalkül ziehen. Gut es kann sein das eine Klinge müde ist, aber wenn die erhaltenen Partien superb sind, so what ?

    Gut, das Schwert wird kein Juyo mehr werden, aber wird dadurch die Arbeit des Schmiedes geschmälert ? Wohl eher nicht.

    Das begreifen viele Leute einfach nicht.

    Sie begreifen auch nicht das manchmal unbekannte Schmiede Klingen gebaut haben wo man nur noch sagt " Glaub ich nicht so klasse ist das Ding"

    Da kommt dann "ist ja kein bekannter Schmied, wird nie Papier xyz erhalten".

    Die gleichen Leute kommen dann mit einer Gurke vorbeigeschneit ich soll ma draufgucken und ich meine ja, schön, es ist ein Schwert. Nächster Satz ? "Aber es sit doch xyz ! Mit Papieren !!!!!!!!!!!!!! " Sage ich dann das die Papiere nur wegen der Signatur existieren, dann wird geschmollt. xyz hat doch niemals schlechte Klingen gebaut.....Denkste wohl rödelt es dann bei leise im Hinterstübchen. ( Inzwischen halt ich den Mund, denn der Kunde hat immer Recht...)

    Was den Papierwalzer und die damit verbundene scheinbare Wertigkeit vollkommen absurd macht ; Inflation !

    Die Ansprüche in den unteren Papieren sind deutlichst gesunken. mit dem Ergebnis die Papiere haben kein Wert mehr.

    Das Spiel hatten wir Mitte der 80 iger bereits einmal. damals kollabierte das alte Papiersystem mit kicho-token etc.

    Genauso bunt treibt es die NTHK. Wir wissen nicht wer das Ding gebaut hat, also schreiben wir es einem vollkommen unbekannten Schmied zu. hier haste dein Papier...

    Und trotzdem, die Leute sind Papiergläubige, denn ein Papier garantiert Wert und Echtheit !

    Und ja, es sit deutlich schlimmer geworden.

    Als ich anfing meinte man noch "Kauf die Klinge nicht das Papier"

    Heute ? Genau anderes herum !

    Willkommen in der irren Welt der Schwerthanseln.

    NIL DESPERANDUM

  • Ich mache mal weiter mit unseren mimimi, dem Hinterherflennen alter Werte. Macht irgendwie Spaß, sich mal richtig auszuko***n.


    Papiere: Inflation, das passt. Ich schrieb es ja schon weiter oben, ein Drittel viel im Vorjahr bei Hozon durch. Da ich das warum nicht kenne, mutmaße ich ganz treuherzig, dass der Großteil der Durchfaller Gimei sein könnten. Aber selbst wenn, könnte man granteln, wenn Zweifel im Vorfeld vorhanden sind, warum dann einreichen? Bei der nächsten Stufe zu Toku Ho rauscht wieder etwa ein Drittel durch. Hier dürfte der Grund Gimei kaum bis gar nicht eine Rolle spielen, sondern eher qualitative Gründe entsprechend den Regeln. Wenn man nun bedenkt, welcher finanzielle Aufwand dahinter steckt, reicht man aus Übersee ein, vermute ich wiederum, dass vorwiegend jap. Händler einreichen. Denn der Kunde wünscht ja Papiere. Eine signierte Klinge ohne Hozon beim jap. Händler ist gleichbedeutend mit Gimei. Selbst Tsuruta betont ja, er garantiert, oder garantiert für nichts, oder wenn die Qualität trotz Gimei gut ist, würde die Klinge Hozon bekommen, würde die Signatur auf wundersamer Weise verschwinden.

    Einen Crash wie beim Yakusa-Debakel sehe ich momentan nicht, auch wenn die Notwendigkeit bestimmte Klingen unbedingt mit Papieren zu versehen, dem ganzen inflationäre Züge gibt. Ich habe das Gefühl, das sich still und heimlich die Wertigkeit auf eine bestimmten Art von Zuschreibung lenkt (so lange es noch geht). Ich sprach das kurz bei unserem letzten Treffen an und möchte es hier nicht weiter ausführen. Ich denke ernsthaft drüber nach. Nicht für mich, sondern als Wertstabilisierung für Fräulein Schnürschuh oder die werte Gattin im Falle des verhökerns, sollte mir Morgen ein Gullideckel auf dem Kopf fallen.


    Ja, die Umetada, die wahre Geschichte dahinter kennst Du gar nicht. Und im Grunde sind Deine Schätze fast unverkäuflich. Ja, Du hast ne Mords-Offerte für Dein Skinhead bekommen. Aber was meinst Du was passiert, wenn Du die Glatze bei Ebay/NMB reinstellst, oder Dein Prügel - für einen vertretbaren Preis:


    ...zirp....zirp...zirp...


    Und dann kommt irgendso ein Hirn und mault dir Ohren voll, ääh, das will ja keiner haben, aber Heute ist Dein Glückstag,hier, ich gebe dir ein fünftel Deiner Wunschsumme. Dann kannst Du Dir ein Lolli mit Blinklicht kaufen und prima um die Ecke lutschen.


    Denk an den Hosokawa Deines Bekannten. Das hat mir in der Seele weh getan, wie das Teil da vor sich hin staubte. Wenn es irgendwie gegangen wäre, hätte ich das Ding umgehend eingesammelt. Aber die Blökschafe scharren halt weiter im Schrott.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Stimmt so nicht ganz. meinen kodogu Kram würde ich zumindest für den EK wieder los werden. Will aber nicht. Mein eines Schwert würde auch sehr schnell einen Abnehmer finden, aber oh Wunder, auch da will ich eigentlich nicht. Was bin ich doch garstig und bockig.:P

    Was aber stimmt, der Verkauf übers Netz in Foren oder Fratzenbuch, das würde ein zähes Generve werden. Im Augenblick sind einige ordentliche Kodogu im Angebot, keine Sau will sie kaufen. na schön das eine ist Gi-mei, aber das Entfernen der Signatur kostet nicht die Welt. Dummer Weise hat man andere Baustellen, sonst würde ich mal kurz den Staubsauger aktivieren.

    Papiere machen bei Kodogu. Da wird die Luft dünn, denn die Marge ist geringer als bei Klingen. Kauft man günstig ein Stück mit Papieren; O.K. hat man ein Stück in Europa und führt es nach Japan ein und shinsaisiert es, dann wird es knapp mit allen Spesen. D.h. sowas lohnt sich nur bei extrem günstigen EK oder der Aussicht of echt tolle Papierchen, also jenseits der Hosen.

    Übrigens wenn mir ein Gullideckel auf den Kopp fallen sollte, führt meinen ganzen Kram sinnvoller Verwendung zu, denn nach mir die Sinnflut ! Mich selber bitte auf den Kompost, dann bleibt die alte Nervensäge Kaji als stetiger Bestandteil des Kreislaufes der Natur für immer erhalten.....und nervt weiter;)

    NIL DESPERANDUM

  • Nee nee, ich meine I-Net/eBay/Foren/Plattformen. Genau dort, worauf sich mein ganzer Fred ja aufbaut. Deine Bekannten zählen nicht! Nicht schummeln bitte.

    Und was die Marge und Papiere angeht, deswegen schrieb ich ja, dass ich hauptsächlich jap. Händler hinter dem Einreich-Wahn vermute.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Interessant ist der Kommentar unserer Koryphäe, da er einigen Konter erfahren musste. Sinngemäß: ...auch ich versuchte hier erfolglos ein Schwert für 3.000 Dollar zu verkaufen. Niemand wollte es. Jetzt ist es in Japan und soll Papiere bekommen. Wollen wir doch mal sehen, was es Wert ist, wenn es Hozon oder sogar Tokubetsu Hozon erhält...".

    Hier zeigt sich das Denken von Leuten ohne jeglichen Sachverstand. Um Toku Ho zu bekommen wird er wenigstens 1.200 Dollar für Versand, Agentengebühren und den Papieren investieren müssen. Nur diese Kosten auf seine alte Preisvorstellung machen das Schwert jetzt zu einer 4.200 Dollar Klinge.

    Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Er kritisiert einen anderen, dass seine Klinge zu teuer sei, da diese zeitnah keinen Käufer findet. Er ärgert sich, dass der Verkäufer nicht auf sein Dumpingangebot eingeht, weil nach seiner Logik dass ja gerechtfertigt sei.

    Auf der anderen Seite versucht er seine Klinge, welche günstiger wirklich niemanden interessiert hat, durch mögliche Papiere noch teurer zu machen, obwohl sich die Qualität der Klinge ja keinen fatz zum Besseren ändert.

    Sodele, es war nicht in Japan, sondern bei einem amerikanischen Polierer. Und der meinte, es sei die Investition für ein Papier nicht wert. Dumm gelaufen.

    Aber wer will, kann es wieder für etwa 3.250 Dollar kaufen :D.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Und der Polierer weis einfach was er sagt. man kennt und ehrt den Kollegen. Aber wer nicht hören will ; frohes Zahlen bis der Arzt kommt.


    Wer eine Top-Politur haben will muss dafür löhnen, denn die kostet allein materialtechnisch Geld. Das Wissen wie ein Schwert aussehen sollte, das gibt auch nicht umsonst, das fehlt aber bei den Billigjheimern leider auch. ( Obwohl, die sind oft der Meinung das sie nach einem, zwei Jahren Klingenstudium den Durchblick haben, komisch, was machen denn die ganzen echten Polierer falsch das sie es nicht so schnell begreifen ? Verstehe ich nicht wirklich )

    Im Grunde genommen kann man es auf einen Punkt bringen.

    Wirkliche Chancen hat man nur noch mit einer ordentlich polierten Klinge von brauchbarer Qualität.

    Ich sagte Chancen !

    Die Zeiten das man sagen konnte rechnet sich auf jeden Fall ; perdu.

    Was aber immer noch gilt das Gegenteil, wer Schrott an den Mann bringen will erlebt heute wie früher den großen Bauchklatscher, egal wie "toll" die billige Politur mit Säure und Schmirgel ist.

    Obwohl, in dem Text war ich unfair. Wie sollen Leute die eine schlechte, ausgeglühte Klinge nicht von einer Guten unterscheiden können den Unterschied sehen zwischen einer guten und einer miesen Politur ? Daher, es tut mir leid für die harten Worte.

    Ich für meinen Teil habe genug zu tun, zu vernünftigen Preisen daher gönne ich auch den Billigheimern und dem Rest ihr Brot. :)

    NIL DESPERANDUM

  • Wirkliche Chancen hat man nur noch mit einer ordentlich polierten Klinge von brauchbarer Qualität.

    Ich sagte Chancen !

    Die Zeiten das man sagen konnte rechnet sich auf jeden Fall ; perdu.

    Was aber immer noch gilt das Gegenteil, wer Schrott an den Mann bringen will erlebt heute wie früher den großen Bauchklatscher, egal wie "toll" die billige Politur mit Säure und Schmirgel ist.

    Obwohl, in dem Text war ich unfair. Wie sollen Leute die eine schlechte, ausgeglühte Klinge nicht von einer Guten unterscheiden können den Unterschied sehen zwischen einer guten und einer miesen Politur ? Daher, es tut mir leid für die harten Worte.

    Harte, aber ehrliche Worte.

    Die "Chancen", und darum dreht sich ja alles in meinen Beiträgen zum Thema, sind eben zur Zeit nicht mehr so selbstverständlich. Auch "brauchbare Qualität" zu angemessenen Preisen sind keine Selbstläufer mehr. Wer mit "günstigsten" Käufen im "günstigsten "Qualitätsniveau" und "günstigsten" Restaurierungen aber straffen Weitergabe-Preisen am Markt spekuliert, betreibt eigentlich Selbstverbrennung seines investierten Vermögens (im Grunde auch seines Rufs). Das war allerdings noch nie anders.

    Um so unverständlicher ist es, das Einige dieses Spiel mit Elan weitertreiben, und auch bei offensichtlicher Erfolglosigkeit keine Erkenntnis oder Einsicht erwächst. Da bleibt bei mir nur Ratlosigkeit...

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Aus gegebenen Anlass eine neue Stilblüte des Irrsinns aus einem englischsprachigen Forum. Hintergrund: die Wertigkeit von Klingen mit Kopplung an bestimmten Papieren. Mit Papiere sind im Wesentlichen die Origami der NBTHK gemeint. Ich schrieb weiter oben schon dazu.

    Es scheint offensichtlich immer weniger das Objekt selbst zu zählen, sondern zwingend Kombination mit einem entsprechenden Papier. Dabei muss eine Klinge mit Hozon (als niederster Rang) soundso viel Kosten, mit Tokubetsu Hozon folgerichtig etwas mehr. Ein Juyo gepapertes Schwert hat dann einen gehörigen Sprung zu machen...

    In einem Verkaufsfred eines einschlägigen internationalen Nihontoforums geht es um eine Klinge mit Hozon aus der Muromachi für etwa 3.000 EUR. Unglücklicherweise wurde der Fred zur Zielscheibe diverser Grundsatzdiskussionen (der Verkäufer tut mir mittlerweile wirklich leid). Eine der Blitzbirnen, die offensichtlich per PN mit deutlich niedrigen Angeboten versuchte die Klinge zu erwerben aber scheiterte fing an zu stänkern, dass ja wohl offensichtlich die Preisvorstellung der Verkäufers zu hoch wäre. Da ein Verkauf bisher nicht erfolgte, müsse der Verkäufer entsprechend flexibel in seiner Preisvorstellung reagieren.

    Ich schiele jetzt etwas in Deine Richtung Ida. Ist das Schwert tatsächlich keine 3.000 Euro wert, weil es momentan dafür keinen Käufer findet? Ich halte das Angebot für fair, realistisch, ja, sogar für recht günstig (im Bereich Langschwert).

    Das Schwert ist bis jetzt nicht verkauft, und wir sind bei EUR 2,500 angelangt.

    Theoretisch müsste man ein unpoliertes Schwert geschenkt bekommen. Besser noch, geschenkt bekommen und EUR 1.500 noch dazu, damit man mit Politur, Shirasaya und Papier das Teil mit EUR 2.500 immer noch nicht verkauft bekommt. Ich kapiere es nicht mehr.

    In Foren und Onlineportalen werden Fotos und Fragen eingestellt, wo man echt schreiben müsste, Junge, lass es sein! Du hast von weniger als nichts eine Ahnung und hast oder willst eine Stange Geld ausgeben. Und leider fragst du oft die falschen.


    Ich habe erst vor kurzem wieder eine großen Schritt bezüglich meiner Erfahrung gemacht, indem ich sehr bedeutende Stücke bei einem sehr wissenden Mann sehen und studieren konnte, und natürlich erklärt bekam. Ich habe diese und vergleichbare Arbeiten schon oft in Büchern, Journalen oder Online gesehen. Sicher auch schon in Natura, nur das ich einfach nicht "reif" genug war. Aha, ja, okay, nett, war dann in der Regel meine Reaktion.

    Aber in der jüngeren Vergangenheit haben mich viele Fragen in diesem Bereich gequält, bei dem ich so nicht mehr von der Stelle kam. Deshalb war es wieder wie eine Offenbarung. Das große Problem dabei ist, das ich diese Erfahrung kaum teilen kann. Ich kann sie schlicht kaum erklären. Man muss sie wirklich in den Händen halten, vor seiner Nase, fühlen, mit seinen Sinnen erfahren. Auch wenn es komisch anhört: mit seinen Sinnen - Plural. Dann kann man in etwa begreifen, wie bestimmte Werke ticken.

    Wenn ich also Bilder sehe, versuche ich sie mit meinen realen Erfahrungen zu verknüpfen und zu bewerten. Und auch wenn es sich vielleicht hart und arrogant anhört, von dem Wissen auch vieler Stamm-User int. Foren habe ich keine hohe Meinung. Nein, nicht alle, aber ich bin immer wieder ehrlich erschrocken. Damit schließt sich mein Kreis: da beraten Leute ohne viel Ahnung Leute mit gar keiner Ahnung.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Jetzt ist glaub ich auch klarer was ich schon solange über das Polieren und Klingen erzähle. Es ist ein Ding für alle Sinne, gespickt mit sehr differenzierten Warhnehmungen und nur durch Kombination kann man zum richtigen Schluss kommen.

    Das Spiel geht übrigens auch mit Eisen-Tsuba. ( Nein die werden nicht poliert ) aber so als Beispiel. Es gibt Tsuba die sehen von der Fläche rauh, ungestümm aus. man erwartet dann auch das Gefühl beim Befingern der Tsuba. Bei guten Tsuba ; denkste, sanft wie ein Netsuke.

    Es gibt Tsuba die sehen unglaublich komplex aus, aber das Grundmaterial sit so tot, töter geht es nicht. Was meine ich damit. Gutes Eisen irrisiert regelrecht, hat verschiedene Reflektionsfarben im Licht, leuchtet einfach auch wenn die Oberfläche grobschlächtig scheint.

    Die komplexe Eisentsuba im Design aus totem Material ist dagegen nur ein dekorierter Teetassenuntersetzer.

    Ich gebe zu, ich als Weichmetallfetischist vergesse das mal ganz gerne, aber wenn ich eine gute Eisentsuba wie die eine von Sabiji in die Finger bekomme,

    oder die eine Shopdai Yamakichi Tsuba vor einer Weile, dann erinnert man sich mit allen Sinnen.

    Yamakichi-Tsuba, vom Design her auf den ersten Blick uninteressant schlicht. sieht man sich aber echte Arbeiten an, dann ist das Material im Dialog mit dem Design.

    Mag sich bescheuert anhören, aber die Dinger haben eine pulsierende Wärme, die einen regelrecht abholt.

    So wie ein gutes Gemälde, eine gute Skulptur lebt tun das gute Schwertzierrate unabhängig vom Material auch. Auch in den Weichmetallzierraten muss die Kommuniktaion funktionieren.

    Hat man das einmal verstanden, nein das ist nicht das richtige Wort, innerlich begriffen, gefühlsmäßig erfasst trifft es wohl eher , versteht man warum die Kopien einfach nicht gut sind in vielen Fällen. Der Dialog fehlt, sie sind einfach tot. Vollkommen egal wie toll das Design auch ist.

    Und damit schließt sich der Kreis für mich zur Klinge. Dort gilt genau das Gleiche.

    Für mich persönlich hat diese Erfahrung die ich langsam über Jahre eingesammelt habe süße und herbe Komponenten. DIe Stücken die wirklich gut sind, wo ich anfange zu ticken wie eine Eieruhr im Panikmodus werden immer weniger, meine Ansprüche sind gestiegen. Taucht eins auf, dann freu ich mich es studieren zu dürfen, denn leisten ? Ich spiele halt kein Lotto. Das war die herbe Seite, nun die Süße.

    Ich sehe warum Stücken so sau teuer und begehrt sind auch ohne Papiergewedel. Ich kann sie wirklich genießen mit allen Sinnen. Wer mich kennt weiß das ich dann aussehe wie ein Kind unterm Weihnachtsbaum, denn ich bekomme ein Geschenk Das Geschenk lebendiger Kunst. Das besonders Schöne daran , man darf genießen ohne zu besitzen, oder halt ich lüge ! Man besitz das Stück doch. Im Kopf !

    Um dahin zu kommen ist es schon eine lange Reise, die sich aber, obwohl gespickt mit Fragen und Zweifeln auch Selbstzweifeln , aus meiner Sicht lohnt.

    Ist man irgendwann am Ende angekommen ?

    Nein.

    Immer neue Schönheit wartet.

    Ist die Reise gefährlich ?

    Eigentlich nicht, man kann sich nur gründlich überfressen was zur kurzeitigen Wirrniss führt. Zu viele Süßigkeiten auf einmal. Mir geht es gerade so, daher nehme ich mir die Zeit und pinsele in der Arbeitszeit mal so einen langen Text.

    Irgendwie ist auch mal Zeit mich öffentlich bei allen zu bedanken die mir die Option gegeben haben soweit zu kommen. sie es beim leider verstorbenen Herrn Hagenbusch, sei es beim Sabiji der mich immer auf das Neue zum Nachdenken brachte über viele Dinge, sei es bei Mishina der mich beim Lernen unterstützte, sei es bei T. Schulze der mir auch viele Türen öffnete, Peter Janssen und seinem Museum, Manfred W. etc. eine sehr lange Liste gesammelt in den Jahren. Darunter auch Leute wie E.K einer der großen Zierratkenner. ich kenne ihn nur super flüchtig, aber er erklärte mir in fünf Minuten mehr als manches Buch. Das Gleiche gilt für die Sammler die mir ihre Klingen anvertrauten und vertrauen.

    Diese Myriade von Menschen und Mitstudenten hat mir die Option geben soweit zu kommen, zu lernen. Dafür bin ich dankbar.

    NIL DESPERANDUM

  • Dein letzte Absatz ist so wichtig. Die Szene ist sehr polarisierend und bestimmte Menschen sind nicht unumstritten. Aber jeder davon hat dazu beigetragen, dass man dort ist, wo man jetzt. Ist ja im Grunde überall so, ob nun bei uns oder im KS/KK.

    Türen öffnen. Ohne dem geht es kaum. Und diesbezüglich bin ich ebenfalls unglaublich dankbar. Vor allem muss man das weitergeben, sonst ist es echte Vergeudung. Aber leider gibt es dafür immer weniger Abnehmer, und die Spinner dominieren.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Beitrag von ida ()

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  • Beitrag von ida ()

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  • Wer ist in der Szenerie nicht umstritten ? Ich kenne keinen Polierer keinen Kanteika, keinen Conisseur über den sich die Meinungen nicht spalten.

    Die größte Koherenz ist bei den, nennen wie sie höflich Deppenfängern zu beobachten. Leute die durch scheinbares Wissen, etc glänzen. Bohrt man nach ? Na Sie wissen doch wer ich bin ! Ja klar. Kaffeetasse.

    Durch das Internet ist dieser Effekt multipliziert worden. es gibt Kandidaten die noch keine, keine einzige verflixte Schrift von sich geben haben worin sie lehrten. trotzdem per Selbstdarstellung O-Sensei.

    Kunststück, wer nichts sagt kann nicht irren, wer nur Bekanntes beurteilt ebenfalls.

    Dann gibt es noch die Narren die dumm genug sind zu glauben es würde etwas bringen zu lehren.

    Sie sind Menschen. also fehlbar, also erzählen sie auch mal Blech, genauso wie Kanteika die Photos beurteilen oder Klingen in der Realität. Das liegt daran das sie mit Wissen ohne Mogelei ala doppelter Boden oder Vorkenntnis arbeiten.

    Das passiert O-Sensei aber nie !

    Ergebnis ?

    Im internet ist O-Sensei der große Meister und blöder Weise auch teilweise in der Realität.

    Worauf ich hinaus will ?

    O-Sensei sind unumstritten weil sie nicht real sind.

    Sie sind ein reines Glaubenskonstrukt.

    Das gleiche Spiel geht übrigens auch mit Papieren.....


    Kunst ist kein Feld für Fehlerlosigkeit, sondern ein Feld der Erkenntnis.

    Lernen ist kein Egotrip, es ist ein Austausch zwischen Wissensuchenden.

    Die absolute Erkenntnis gibt es nicht ( Auch wenn das paradox ist als Aussage )


    Das ist mein Fazit nach Jahren des Studiums das ich gerne fortführe. Es räumt den Irrtum als Möglichkeit ein, denn keiner von uns war dabei als das Schwert gemacht wurde.

    Es zwingt Einsiedler wie mich zur Kommunikation.

    Und ! SIC ! Es erdet einen sehr schnell.

    Ist das furchtbar ? Nein, es ist ein andauerndes "oh wie schön , wie neu " Man ist wie ein Kind das Neues entdeckt. Gibt es etwas Besseres ???

    NIL DESPERANDUM

  • "Umstritten" kann man in dem Bereich in vielen Dingen sein. Blöderweise geht das Hobby oft mit hohen finanziellen Aufwendungen einher. Und bei Geld endet oft die Freundschaft. Dieser Wurm frisst sich überall und beeinflusst alles. Das Thema hatten wir hier schon genug. Wenn es denn nur das liebe Wissen wäre. Und dieser Wurm frisst auch an diesem Fundament und lässt zweifeln.


    Aber gut: Wissen. Das Feld, was es zu beackern gilt ist ja kaum zu übersehen. Interessant ist, wenn man sich auf einen winzigen Bereich beschränkt und konzentriert. Ich habe es erlebt zu meinen Recherchen zum Vortrag Omi Kami Hisamichis, oder zu den Signaturen Kawai Hisayukis. Man kratzt nur an der Oberfläche merkt aber schon, einiges passt nicht gegenüber der allgemeinen Lehrmeinung und es entstehen neue Fragen, auf die schlüssigen Antworten findet. Nicht Iga Kami Kinmichi Nidai halte ich für Hisamichis Lehrer, sondern Rai Kinmichi Nidai. Aber wie bitte kommt ein an sich Außenstehender, welcher nicht einmal die Vita und Tradition einer Schwertschmiede-Familie besitzt, so hoch in dieses doch feste und erfolgreiche Mishina-Familienimperium? Oder welche Förderer stecken hinter Hisayuki? Dass Samurai sich hobbymäßig mit Schwerter- oder Tsuba-Herstellung befassen ist für diese Zeit fast ein Trend. Sicherlich auch als Nebenverdienst, denn die Zeiten waren wirtschaftlich extrem schwierig. Auch für Hatamoto der Tokugawa. Aber bei Hisayuki wirkt es nicht, als ob er auf Nebenverdienste angewiesen war. Er schien sich Aufträge aussuchen zu können. Er schmiedete ein 3,70 meter langes Odachi für den Atsuta Schrein. Die Kosten müssen enorm gewesen sein.

    Das alles sind Lappalien. Sicherlich interessant, aber nicht weltbewegend. Es gibt aber auch Beispiele von Spezialisten, welche seit Jahrzehnten ein Gebiet erforschen und mit eigenen Erkenntnissen nicht zwangsläufig auf Gegenliebe stoßen, sobald sie an althergebrachte Grundfesten rütteln. Und sicher hat das auch gleich wieder mit Geldwertigkeiten zu tun. Leider.

    Der Satsuma-Flüsterer

  • Lernen auf dem Sektor kann wirklich etwas knifliger werden. Ich hatte da vor kurzem ein nettes Gespräch mit ein em jungen Mitstudenten der noch am Anfang ist. Ich meinte zu ihm er soll die grundlegende Literatur mal spaßeshalber gegeneinander abgleichen und dabei keinen Schreck bekommen, denn er wird auf viele Widersprüche stoß

    Das ist extrem verwirrend, man denkt sich leise "na wie denn nun",Was ist denn nun richtig ? "

    Aus meiner Sicht beginnt man erst an dieser Stelle wirklich zu lernen, das Thema zu durchdringen, denn man muss reflektieren, recherchieren, wie ein Trüffelhund der Fährte folgen um am ende den leckeren, fast unbezahlbaren Trüffel des Wissens zu finden.

    Vor dieser Suche ist es nur totes Buchwissen das man nicht wirklich durchdrungen hat, danach hat man einen sehr viel weiteren Horizont.

    Genau der ist aber wichtig, denn die ganze Kunst war eben keine Schmalspurschiene, auch bei dem Schwert und seinen Zierraten nicht.

    Mal ein Beispiel dafür.

    Als ich angefangen habe gab es wenige schwer erhältliche Bücher in Europa, in japan kontakte eben mal so aufbauen schwierig. Wie dem auch sei. In einem dieser Bücher wurde etwas länger auf die Goto-Schule der Zierratmacher eingegangen und das Mantra gebetet "Goto nutzte niemals Eisen als Material !" Später stolperte ich über Goto-Arbeiten in Eisen....Das konnte doch kein Goto sein, also weiter gebuddelt und siehe da, das Mantra bezieht sich nur auf die frühe Hauptlinie und arbeiten die bei Hofe getragen werden sollten , die Leute im im späteren Edo haben verbaut wozu sie Lust hatten für private Aufträge.

    NIL DESPERANDUM

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