Verlassen der Autonomie

  • Wir haben heute im Krav Maga den shoot geübt mit dem Ziel den Partner anzuheben. Besonders auch im MMA üblich.

    Ich merke das ich ein großes Problem mit Übungen habe wo ich meine Autonomie verlassen muss. Mir fällt es sogar leichter mich zum sparring zu überwinden als mich zum Beispiel in der höhe anheben zu lassen. Alleine schon wegen meiner Höhenangst.


    Also sobald ich mich auf das Können meines Partners verlassen muss und keine Eigengewalt habe bin ich voll gehemmt.


    Wie kann ich lernen das zu Überwinden?

  • Also, ich glaube, es ist normal, dass man lieber mit zwei Beinen auf dem Boden steht, als von irgendwem hochgehoben zu werden. "Höhenangst" als Argument finde ich allerdings leicht übertrieben ... der lupft dich ja in der Regel nur kurz an und hebt dich nicht in schwindelerregende Höhen. Aber ich verstehe schon, dass das Gefühl, plötzlich sprichwörtlich den Boden unter den Füßen zu verlieren, ein unangenehmes ist. Aber genau darum geht es dem Angreifer bzw. in deinem Fall Trainingsparter ja auch, nämlich dir die Bodenhaftung zu nehmen, und dich dann mit relativ wenig Kraft umkippen zu können.


    Wie du das persönlich für dich überwinden kannst, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn du jemanden hast, mit dem du außerhalb des regulären Trainings üben kannst, dann kannst du dich mit ihm vielleicht langsam an das Gefühl hochgehoben zu werden herantasten. Also, indem er dich erstmal wirklich nur anhebt, aber dann wieder abstellt ohne dich aus dem Gleichgewicht zu bringen, so lange, bis das Gefühl für dich okay ist. Und dann eben ein bisschen mehr.


    Ansonsten: Augen zu und durch. Es geht ja gerade darum, sich unangenehmen Erfahrungen im Training zu stellen, damit man dann besser damit umgehen kann, wenn sie einem in echt passieren.

  • Schnapp dir nen Trainingspartner dem du absolut vertraust. Mit dem machste dann Hebeübungen etc. Dann sagt dein Hinterstübchen nämlich automatisch "Mir kann nichts passieren, der hält mich !" Die Psyche kann man nur mit der Psyche austricksen.

    NIL DESPERANDUM

  • Also, ich glaube, es ist normal, dass man lieber mit zwei Beinen auf dem Boden steht, als von irgendwem hochgehoben zu werden. "Höhenangst" als Argument finde ich allerdings leicht übertrieben ... der lupft dich ja in der Regel nur kurz an und hebt dich nicht in schwindelerregende Höhen. Aber ich verstehe schon, dass das Gefühl, plötzlich sprichwörtlich den Boden unter den Füßen zu verlieren, ein unangenehmes ist. Aber genau darum geht es dem Angreifer bzw. in deinem Fall Trainingsparter ja auch, nämlich dir die Bodenhaftung zu nehmen, und dich dann mit relativ wenig Kraft umkippen zu können.


    Wie du das persönlich für dich überwinden kannst, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn du jemanden hast, mit dem du außerhalb des regulären Trainings üben kannst, dann kannst du dich mit ihm vielleicht langsam an das Gefühl hochgehoben zu werden herantasten. Also, indem er dich erstmal wirklich nur anhebt, aber dann wieder abstellt ohne dich aus dem Gleichgewicht zu bringen, so lange, bis das Gefühl für dich okay ist. Und dann eben ein bisschen mehr.


    Ansonsten: Augen zu und durch. Es geht ja gerade darum, sich unangenehmen Erfahrungen im Training zu stellen, damit man dann besser damit umgehen kann, wenn sie einem in echt passieren.

    Kommt drauf an wie stark die Höhenangst ausgeprägt. Bei mir ist Sie so stark das ich mich nicht mal auf einen Balkon in der 1. Etage traue oder auch niemals einen Durchsichtigen Fahrstuhl benutzen würde.

  • Kommt drauf an wie stark die Höhenangst ausgeprägt. Bei mir ist Sie so stark das ich mich nicht mal auf einen Balkon in der 1. Etage traue oder auch niemals einen Durchsichtigen Fahrstuhl benutzen würde.

    Du siehst aber schon ein, dass zwischen einer Etage (die so ca. 2,50 m hoch ist, in Altbauten gerne auch höher), und den vielleicht 20 cm, die dich jemand bei einem takedown hochhebt noch ein Unterschied ist, oder? Der Supplexed dich doch nicht (das ist dieser Move wo die Pro-Wrestler jemanden über den Kopf heben und dann auf die Matte schmettern ... das fände ich persönlich jetzt auch eher blöd ...). Wir reden hier von der Höhe einer Treppenstufe oder einer kleinen Fußbank. Ich glaube wirklich, dass das Problem in diesem Fall nicht die Höhe ist, sondern dass du eben nicht mehr selbstbestimmt auf dem Boden stehst.

  • Aufgrung meiner Ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörung habe ich sowieso zu 80% alles im Leben vermieden.


    Das fängt schon damit an, dass ich bis zu heutigen Tag weder schwimmen noch Fahrrad fahren kann.


    Denn wenn man andauernd vermeidet, lernt man selbst Selbstverständliche Dinge nicht.

  • Das klingt so als wenn man einem Depressiven raten würde: "Mensch freu dich doch mal!" oder einem Traumatisierten "Jetzt stell dich nicht so an, ist doch ungefährlich."


    Daher kann ich auch den Like nicht für gut heißen - ich glaube euch fehlt Empathie und allgemeinbildung bzgl. schwerer psychischer Beeinträchtigungen. Nichts für Ungut.

  • Nein, tut es nicht. Wenn du den Ausgangspoist gelesen hast, wirst du auch gelesen haben, dass er es schon getan hat. Und durch viele Wiederholungen wird er die Angst davor verlieren. Ansonsten wäre er in dem Bereich falsch aufgehoben, was aber angeblich sein Leben darstellt.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Das klingt so als wenn man einem Depressiven raten würde: "Mensch freu dich doch mal!" oder einem Traumatisierten "Jetzt stell dich nicht so an, ist doch ungefährlich."


    Daher kann ich auch den Like nicht für gut heißen - ich glaube euch fehlt Empathie und allgemeinbildung bzgl. schwerer psychischer Beeinträchtigungen. Nichts für Ungut.

    Schnüffler hat aber in dem Fall Recht.

    Das 11. Gebot des Angstpatienten ist:"Du sollst nicht kneifen!"

    Ängste überwindet man nur, in denen man Sie durchlebt.

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