Beiträge von sabiji

    Eine Mitsuba-Azalee, typisch für diese Gegend nahe am Pazifik. Überall kann man diese Rhododendron-Art an den noch blattlosen schwarzbraunen Hängen der Misakaberge leuchten sehen.


    Bei Iyashi no Sato auf Höhe eines Sportplatzes verlassen wir den Wald und entdecken Kirschbäume, die in Tokio längst verblüht sind.


    Trotz des schlechten Wetters haben wir Glück, etwas vom Fuji zu sehen. Iyashi no Sato ist ein Dorf voll traditionellem Kunstgewerbe.


    Wasabi braucht klares, fließendes Wasser.

    Erster!

    Tja, wann bin ich auf die schiefe Bahn geraten? Keine Ahnung. Irgendwann hatten Bekannte die Idee, einen eigenen Pub aufzumachen. Wie lange ist das Herr Kaji?

    Aber eigentlich habe ich mich seit den frühen 90gern regelmäßig mit Kaji in Pubs getroffen. Beim St. Patricks 1995 bin ich auf dem einzigen Klo von Jimmy Macs im Wedding eingepennt.

    Egal. Nach der Eröffnung des Pubs unserer Bekannten wurde es nur schlimmer. Schwerpunkt Whisk(e)y. An Wochenenden und bestimmten Kampftagen St. Patricks, Fasching, Live-Musik, Silvester verdiente ich hinterm Tresen dazu. Wir veranstalteten Tastings, von denen ich bald selber welche durchführte.

    Anfangs führte ich noch Aufzeichnungen, gab aber bald auf. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wieviel unterschiedliche Sorten ich getrunken habe. Hunderte..., wirklich keine Ahnung.

    Jedenfalls ist es lange genug her, dass ich die Entwicklung von Whisky vom harten Kern der Liebhaber zum hippen Kultgetränk hier in Berlin erlebt habe. Am besten konnte man das bei Whisky-Veranstaltungen erleben. Früher konnte man noch mit Keller- und Brennmeistern div. Brennereien labern, später waren nur noch Vertreter da und man kam hin und dachte, Sch... was geht hier den ab, man konnte kaum noch treten.

    Bei meinen letzten Whisky-Herbst - und das ist schon lange her - ist eine Dame neben mir fast aus den Pömps gekippt, weil ich für 2cl von einem 1967 Glenhabeichvergessen 12 Euro bezahlt habe. Was, für den Fingerhut 12 Euro? Der Standbesitzer meinte nur, junge Frau, von dieser Abfüllung gibt es noch drei Flaschen. Und das ist eine davon. Seitdem meide ich solche Events.

    Ich habe keine direkten Vorlieben. Früher waren es viel torfige Whiskys, Heute bin ich eher eine Süßschnute. Whisky ist meiner Meinung nach immer Tagesformabhängig. Deswegen sollte man immer diverse Charaktere vorrätig haben.

    Wir haben einen guten Laden in der Nähe. Hier schaue ich immer nach Neuem und Ungewöhnlichen zu moderaten Preisen. Seit dem Hype halte ich viele Klassiker einfach für überteuert. Und leider ist es so, dass die Neuen günstigen von Heute, Morgen schon deutlich teurer sind.

    Ich werde ab und an mal ein paar Tropfen vorstellen, wenns recht ist.

    Wir haben einen guten

    The Forrest, Aokigahara

    Um 6:45 geht es vom Busbahnhof Shinjuku Mit dem Keio-Überlandbus knappe 2 Stunden Richtung Westen nach Kawaguchiko am Fuß des Fuji


    Dort angekommen schnell das nächste Ticket und den ersten Rundkurs-Bus Richtung Saiko See. Noch einmal 45 Minuten fahrt.


    Auf Höhe der Windhöhle steigen wir aus und erkunden selbige.


    Etwa 1 km weiter entfernt kann man die Eishöhle erkunden. Hier herrscht Helmpflicht, denn die engste Passage misst etwas über 80 cm. Fragt nicht nach meinen Haltungsnoten...


    Die verbotenen Wege...


    Meine Tochter,...oder ein Yurei...wer weis...


    The Forrest, einfach nur wunderschön und geheimnisvoll.


    Aber selbst ein Gaijin kann sich hier nicht verlaufen.

    Alles gut Schnüffler. Um wirklich alte, teure und seltene Whiskys zu trinken (so ab 250 Euro die Buddel aufwärts, gehe ich meist zum Whisky-Herbst in Berlin. Kaufen tue ich im Alltag gerne Neuerscheinungen und Kurioses um 40 bis 60 Euro. Das süffelt sich dann so langsam weg...

    Nach und nach werde ich hier zu den meisten von mir geschriebenen Beiträgen ein paar Fotos einfügen (um mein eigenes Fernweh zu pflegen).

    Zuerst ein paar Bilder vom Sengakuji und den Gräbern der 47 Ronin.

    Schnüffler, Du bist mein natürlicher Feind! Ich bin Whisky-Fan, habe Jahre nebenbei als Barkeeper in einem Scottish-Irish Pub gearbeitet, der auch im Whisky-Guide ist. Ich hasse ungeöffnete Flaschen!

    Slainte!

    Arbeitsklingen trifft es ganz gut. Aber man darf es auch nicht verallgemeinern. Dazu kommt, dass Takada-Klingen Stiltechnisch zwischen den Stühlen hängen, also Stilmixe, Wakimono. Daher sind Sie bei den Sammlern nicht sonderlich hoch angesehen, insbesondere ab Shinto, also ab 1600. Diese nennen sich Fujiwara Takada, weil viele Schmiede diesen Clannamen signierten. Eine eingekürzte Shintoklinge wird in der Szene schon wie ein giftiges Insekt betrachtet, es sei den, die Signatur ist noch da und der Schmied sehr bekannt. Aber unsigniert und eingekürzt, unsammelbar. Genau das haben wir hier.

    Guckt man sich die Klinge genau an, wirkt die Klinge aber genau so gemacht. Ich glaube, sie wurde bewusst als gekürztes Bizen-Utsushi gemacht. Man beachte das Tensho-Suriage! Tensho ist eine Zeit in den 1570ger bis 1590ger, wo sich das Land schon kräftig Richtig Ordnung hinbewegte. Sie ist geprägt durch Toyotomi Hideyoshi, der die Bauern entwaffnete und das rigide Ständesystem wieder betonierte. Auch setzten sich der Gebrauch des klassischen Daishos immer mehr durch, so dass viele alte sehr lange Klingen auf ein praktikables Maß um +/- 70 cm eingekürzt wurden. Da darunter auch sehr wertvolle alte Klingen berühmter Schmiede waren, wurde diese Kürzung sehr sorgfältig von erfahrenen und bekannten Schmieden gemacht. Ein gutes Beispiel dafür ist Yamaubagiri, die von Horikawa Kunihiro auch noch kopiert wurde.

    https://japaneseswordlegends.w…the-yamaubagiri-kunihiro/

    Wie dem auch sei, die Angel unserer Klinge wirkt nicht sonderlich elegant, kopiert aber das Tensho-Suriage. gemacht ist sie wahrscheinlich um 1660-1690. Das alte grüne Papier attestiert auch einen Bizen-Schmied der Muromachi Zeit. Das neue Hozon Papier gibt der Klinge dann aber Sammeltechnisch mit Fujiwara Takada den Todesstoß.

    Die Montierung ist billig und für Iaigebrauch gemacht. Die Kratzer an der Klinge deuten auch auf Tameshigirigebrauch in der Vergangenheit hin. Selbst Tsuruta meint, dass sie prima für den Iai gebrauch taugt. Solche Schwerter werden im allgemeinen zwischen 2,5 und 4K dafür angeboten.

    http://www.sword-auction.jp/en…fujiwara-takadayoshimitsu


    Und hier ist Kibons Schwert ^^:

    https://www.schwertshop.de/ant…ana-kaufen-aus-Japan.html

    Danke für die Meinungen. Mir ging es weniger, um den Muramasa, auch wenn ich ihn als Aufhänger genommen habe. Vielleicht tangiert es Tai Eules Sammelkarte am besten, denn hier kann ich als Aussenstehender EUR 5.000 am wenigsten nachvollziehen, als den vor Ehrfurcht zitternden KKler, der Kibons beschriebenes Buch mit den Fettfingerabdrücken von O Sensei himself besitzt.

    Es wurde hier schon ausgiebig auseinanderklamüsert, was warum und wieso wieviel kosten kann, und warum, weshalb und wieso man etwas besitzen würde wollen und entsprechend Geld bezahlt.

    Ein Muramasa bringt also 17,2K, weil berühmt, selten und gruselig (vom Ruf her und von der Qualität). Da haben sich mehrere Bieter versucht die Schlüpper gegenseitig auszuziehen. Der neue Besitzer ist nun glücklicher Eigentümer einer abgesäbelten Yari, deren Hamon tatsächlich an einigen Stellen die Schneide verlässt. Maramasa hat die Gunome Täler sehr dicht an die Schneide gehärtet. Verliert die Klinge Substanz, ist der Hamon halt da weg. Aber egal, ist ein Muramasa, Händler glücklich, Käufer glücklich.


    Nehmen wir mal an, Kibon will endlich mal was vernünftiges in seinem Leben machen, und sich eine historische, originale jap. Klinge kaufen. Das liegt daran, dass Kibon den armen Leuten nicht nur die Finger verbiegt, sondern zusätzlich den Affen macht (siehe Avatar), in dem er vor staunender Menge mit nem Säbel in der Luft rum fuchtelt, weil man das beim HKD halt so tut

    Der hat aber keinen Plan, kennt keinen Sammler, wenn er googelt findet er zwar Händler in Japan oder Amiland, versteht aber nur Ägypten und kapiert eh nicht, warum ausgerechnet der Prügel so viel, und ein anderer ganz anders kostet, obwohl eh alles gleich aussieht. Nun hat Kibon auch keine Kreditkarte (haste bestimmt, aber jetzt eben mal nicht), und könnte das Ding eh nicht in Japan bezahlen. Nun hat er ohnehin schon Unmengen Horrorstories vom Zoll (Schnüffler) gehört, dass wenn man Pech hat gleich abgeknallt wird, wenn man bei der Selbstverzollung einen falschen Haken setzt.

    Also latscht er zum Händler seines Vertrauens, bei dem er bisher seine Chinafuchtler billig gekauft hat und barmt: jetzt bin ich schon so alt und werde sicherlich bald sterben, aber ich wollte schon immer ein echtes Samuraischwert besitzen. Dieser macht eine sorgenvolle Mine, denkt nach, und orakelt: oh Kibon, du verlangst unmögliches von mir! Weist du was so ein Schwert kostet? Hunderttausende! Ausserdem ist es unmöglich die aus Japan raus zu bekommen! Da braucht man eine GENEHMIGUNG der Regierung! Aber - tief Luft geholt und schwer geseufzt - ich werde sehen, was ich machen kann. Aber es wird arschteuer und du musst nehmen, was ich aus Japan rauseisen kann.

    Wochen später bimmelt Kibons Handy, in dem er erfährt, das nur durch unermüdlichen Einsatz und der Inanspruchnahme von zig Unterweltkontakten und der Bestechung von Behörden es ihm gelungen sei, ihm ein Schwert zu besorgen. es kostet (kein Scherz) genau 15.747,84 EUR.

    Mit wehendem Resthaar eilt Kibon zum Händler, nachdem er vorher ein paar Omas ausgeraubt hat, und blecht centgenau die Knete. Stolz steckt es in seinem Gürtel und ab sofort dürfen sich nun alle nur noch kriechend fortbewegen, wenn Kibon im Dojang anwesend ist.

    Nun kommt Sabiji des Wegs und erkennt den Prügel, Mensch Kibon, Meister des Haarkrümmens, hasste Dir bei Tsuruta von Aoi-Art die Bungo Takada gekauft. Cool, 3,5K inkl. damalige 5% EUSt ist dafür absolut okay.

    Kibon ist kurz davor, mich mit seinem HKD Laseraugentrick auf der Stelle zu verdampfen: nein Du Wurm, pack mal noch zwölfe drauf! Außerdem mussten dafür extra die Gesetze in Japan geändert werden, damit ich es bekommen konnte. Also, krieche deines Weges! Also nimmt Sabiji sein Smarti und zeigt ihm das Schwert bei Aoi für 3.500 Äppel Brutto im Net.


    Frage an Kibon, was würdest Du jetzt denken:


    A - Mist, übern Tisch gezogen. Den kaufe ich mir!

    B - Cooler Händler, der versteht sein Job! Bei dem werde ich nur noch kaufen.

    C - Ich bin dran schuld! Ich hätte mich ja vorher selber schlau machen können, der arme Händler hatte gar keine andere Wahl als mich Trottel abzuziehen.

    D - ist mir egal, war eh das Geld von den Omas.

    Ach ihr seit doch alle raus! Euch zähle ich nicht als Laien, habt ihr doch einigen Bezug zum Thema. Kibon, Schnüffler, Paladin, etc - die Meinungen hätten mich interessiert.

    Ich greife ein letztes Mal das Thema hier auf, und dann will ich es gut sein lassen. Ein Beitrag in einem internationalen Schwertforum hat mich wieder geerdet. Denn es hat mir gezeigt, dass sich seit dem ich mich zurückgezogen habe und nach vielen Jahren nun wieder mehr mit dem Thema beschäftige, sich in den Köpfen der Szene nichts geändert hat.


    Deswegen frage ich mal ganz bewusst in die Runde der Laien hier: und, in wie weit könnt Ihr es nachvollziehen, das Menschen für wenige Zentimeter Altmetall 16K Euro ausgeben? Ich würde mich über ein paar Gedanken freuen.

    Aber Paladin, selbst ein Muggel sollte in Bezug auf japanische Schwerter schon mal irgendwie zwei Namen gehört haben: Masamune und Muramasa. 2 Popstars der antiken Schwerterwelt.

    Masamune ist nicht zwangsläufig der beste, aber mit Sicherheit der berühmteste Schwertschmied Japans. Jeder Fürst der was auf sich hielt, musste wenigstens ein Masamune besitzen. Masamune gehört mit Shintogo Kunimitsu und Yukimitsu zu den Schmieden, welche um 1290 - 1320 in Kamakura den Soshu-Stil gerockt haben.

    Masamune gehört zu den Guten.


    Muramasa ist die schwarze Seite der Hel. Die Schärfe seiner Schwerter, nein, besser die Blutrünstigkeit ist ledendär. Es gibt genug Berichte von zu Scheibletten verarbeiteten Gegnern. Bedauerlicherweise gehörten dazu auch Familienmitglieder des Shoguns Ieyasu Tokugawa, welcher schlussendlich die Ordnung nach dem Bürgerkrieg in Japan festigte. Der war so genervt, dass er Muramasaschwerter verbot und vernichten ließ. Naja, Du weißt ja wie Menschen sind, die kein Bock auf die Tokugawa hatten, trugen die erst recht.

    Allein der Magistrat von Nagasaki wurde seine Rübe los, weil er 24 Muramasa gehortet hatte.

    Es hieß, eine Muramasa, die blankgezogen wurde MUSSTE Blut drinken, bevor sie in die Scheide zurück gesteckt wurde.


    Muramasa war Schmied der Sengo Schule in Ise um 1490 bis 1520. Sein Sohn dann Mitte 16. Jhdt., der Sandai bis Momoyama. Persönlich finde ich die Sengo Schmiede Masashige und Masazane interessanter. Masazane schmiedete zum Beispiel eine der drei berühmten Lanzen Japans, Tonbogiri, den Libellenschneider.

    Ich habe es deswegen hier gepostet, weil in diesem Fall Sammler etwas gaga im Kopf sind und de facto ein Haufen Geld für eine Story ausgeben.

    Würde genau diese Klinge von einen Sue Mino Schmied dieser Zeit stammen - 3.000 bis 6.000 (nach oben hin bei bekannteren Namen, wäre realistisch.

    Weniger der Fluch, in erster Linie sind es die beiden, von der NBTHK abgesegneten Krakel auf der Angel. Muramasa mit Krakel sind immer noch deutlich besser als Muramasa ohne Krakel.

    Ich bin mal echt gespannt, wo der Party-Pieker preislich landen wird:

    https://sword-auction.com/en/product/3848/as20536-%e6%a7%8d%e6%9d%91%e6%ad%a3/


    Ich meine, ich will das Ding nicht schlecht machen. Wenn jemand uuuunbedingt das Ding haben muss, bitte. An der künstlerischen Ausführung kann´s nicht liegen. Brookbanks Yari dagegen ist kleiner und schlichter, aber auch deutlich besser:https://yuhindo.com/muramasa/ . Aber gut. Sicherlich könnte man das Ding noch auf TH hoch Leveln. Juyo vergiss es. Und wenn ich dran denke, dass bei gleichen Händler noch ein Juyo Kinju für mittlerweile deutlich weniger vor sich hin staubt. Joa, man muss halt Prioritäten setzen.

    Zum Teil sind diese Aussagen möglich, da die betreffender Gründer, anders als Bruce Lee und seine Schüler, schon seit Jahrhunderten tot sind und Aufzeichnungen so gut wie nicht öffentlich existieren (Was wiederum mein angesprochenes Gruppen-Identitätszeug erleichtert). Wie man an der Aufzählung sieht, ist da definitiv viel Ego/Image drin, aber auch so manches, dass denke ich die meisten von uns auf die Palme brächte. Würde ich Paladin/Kibon/schnueffler einen Betrüger nennen (was ich selbstverständlich nicht tue!), der sich seine Titel/Ränge erschlichen und die Fotos mit ihm und seinen Lehrern gephotoshoped hätte, würde er das wahrscheinlich auch nicht unkommentiert stehen lassen. Ich würde es in dieser Situation zumindest nicht tun.

    Tja, es gibt ja auch den psychologischen Effekt, dass wenn man nur lange und vehement Unrichtigkeiten als wahr verkauft, irgendwann davon überzeugt ist, das diese wirklich wahr sind. Irgendwann, es braucht nur Zeit Beharrlichkeit, scheint es auch gar nicht mehr hinterfragt zu werden und dann ist es halt so und damit richtig. Leider werden davon auch Leute geblendet und überzeugt, einfach weil sie oberflächlich sind, naiv, die Wahrheit nicht sehen wollen und ignorieren - oder was weiß ich warum. Ich bin seit Jahren von einem Fall schlicht fasziniert. Mit einer Öffentlichkeit, die unglaublich ist. Vielen wissen darum, tun aber nichts. Ansonsten wird lobhudelt. Ich kann mir nur vorstellen, dass da Sachen in der Vergangenheit gelaufen sind, Verstrickungen existieren, die Großkopferte zum fallen bringen, wenn er selbst fällt. Sonst kann ich es mir nicht erklären.

    Ich kann Namen hier nicht nennen, ohne dann selber die Folgen zu tragen...

    ida, wir Männer kämpfen halt. Wäre auch ein bisschen blöd, wenn ich anfange mit meinem Bauch zu diskutieren: "...ja also weist Du, das finde ich jetzt nicht so super toll von Dir..."

    Im Grunde ist mir alles auch egal. In finde es nur interessant, wie wenig "rechts und links" geht.

    Ich drücke es mal so aus: mein 3D Bogenschießen hat seine Wurzeln im Training der Bogenjagd. Heute ist es eine Sportart, die sich über häufig sehr weite Entfernungen und knifflig gestellte Schusssituationen definiert, die das korrekte Schätzen der Entfernung erschwert (Gelände, Licht usw.). Zudem machen es moderne Materialien möglich, auch mit wenig Zuggewicht zielsicher auf alle geforderten Entfernungen div. Verbände zu kommen, ohne ein Hüne sein zu müssen. Damit ist es ein Sport für Jedermann und -Frau geworden, was absolut gut ist.

    Als in den 80gern der Sport durch (meist) bogenjagende Amis aus dem Militär in Deutschland aufkam, gab es bei Wettkämpfen noch ein Mindestzuggewicht von 50 Pfund auf den Fingern. Es ging darum, ein für die Bogenjagd relevantes Setup treffsicher beherrschen zu können. Das ist noch Heute mein Fokus. Aber man wird zunehmend schief angeschaut. Es wird mit Männergehabe abgetan und es wird einen stets geweissagt, dass man sich die Schultern ruiniert. Mein Wettkampfgewicht schieße ich seit mehr als 8 Jahren. Ich habe darauf hintrainiert, und ich muss am Ball bleiben, um es zu halten. Und so lange wie ich es noch kann werde ich es machen. Das ist wie in jeder anderen Sportart. Ich muss dann halt nur oft nach innen schmunzeln, wenn Schlüppergummi-Schützen bei Turnieren oft auf große Bogenjäger tun.


    Gespiegelt auf mein Heki ist das nicht anders. Heki hat seine Wurzeln im echten Kampfschießen zu Fuß. Im Grunde ist es ein echtes Koryu. Aber ich vermisse die Bereitschaft vieler langjähriger Schützen das auch irgendwie umzusetzen. Auf einen starken Bogen hinzutrainieren, damit Pfeile schießen, die das Gewicht historischer Kampfpfeile haben, weg von den festen 28 und 60 Metern, variable, unbekannte Entfernungen, rein ins Gelände, hoch und runter, nicht immer den idealen Stand haben, Fitness - seinen Puls schnell runter zu bekommen, Wind und Wetter, Hitze, Kälte und Nässe klarkommen. Es muss das natürlichste Verlangen eines Bogenschützen sein, alle möglichen und unmöglichen Situation zu schießen, um sie abzuspeichern. Es darf einen nichts aus der Fassung bringen. Bei meinen ersten harten 3D Turnieren habe ich noch häufig am Pflock gedacht, jetzt spinnen die vollends! Jetzt denke ich häufig, was für ein geiler Schuss!

    Das geht mir häufig durch den Kopf, wenn ich nach einem Training Kyujin beobachte, mit welcher Akkuratesse die Hakama zusammengelegt und gefaltet werden.