Beiträge von Tai_Eule

    https://www.tagesschau.de/inla…orona-massnahmen-103.html

    Da die Beschlussvorlage schon existiert...

    Kurzhantel umgebaut zum "Kurzschwert", da wegen Deckenhöhe die üblichen Suburi nicht gehen und das Standard Kurzschwert aus Holz nicht genug Gewicht mitbringt. Kata laufen mit Kurzschwert, da wieder die Deckenhöhe sonst problematisch wird. Battojutsu (Schwertziehtechniken) in suwari waza (Sitzform) entweder mit Holzschwert oder nachdem ich im Wohnzimmer das Sofa verschoben habe mit shinken (scharfes Schwert). Schwert-spezifischer Kram mindestens zwei mal die Woche. Bodyweight-Übungen drei mal die Woche.

    Das übliche Marketing-Gewäsch aus der SV-Ecke ;)

    Jupp. Das "Über mich" liest sich wie ein kuroi meishi, wie der Japaner sagen würde (Schwarze Visitenkarte, weil so viele Titel druff).


    Zitat

    Auch verändert sich in einer Notwehrsituation (nicht in einem Wettkampf!) die Physiologie des Körpers in einem Maße, dass die weitaus meisten (in der Regel: komplexmotorischen) Bewegungen, die in den Kampfkünsten trainiert werden, nicht mehr verfügbar sind.


    Dafür hätte ich gerne 'ne Quelle...

    Capella: Vielleicht "Folge Deinem Traum aber hab einen Plan B?" Die Zahlen von Collegeliga zu Profi geben einem ja eine ungefähre Richtung... Bsp.: Fußball: 6,5 Millionen Spieler in deutschen Vereinen. Jede Profimannschaft hat irgendwas zwischen 30 und 40 Spieler. Zählen wir die erste und zweite Bundesliga zusammen, kommen wir auf 36 Mannschaften: 40 Spieler mal 36 Mannschaften sind 1440 Spieler. 1440/6.500.000*100 = 0,02%. Also 0,02% aller Vereinsspieler sind in der Bundesliga. Das ist etwa 1 von 5000.

    Und nicht vergessen: Die 10.000 Stunden sind ja auch eine im Mittel richtige Schätzung. Mancher braucht nur 5.000, mancher auch 15.000 Stunden (So erwähnt auch im Artikel).

    Lassen sich diese Beispiele eigentlich auch auf andere "Erfolgsgeschichten" adaptieren? Was ist mit Fußball: Millionen Menschen in Deutschland spielen Fußball aber nur ganz wenige schaffen es tatsächlich in die Bundesliga? Was ist mit den Managern? Welche Rolle spielen Faktoren, wie z. B. Geld, Glück und Beziehungen?

    Ich kenne hier ein Beispiel aus den USA mit Basketball: Einer der schlechtesten NBA-Spieler hatte sich in einem Jedermann-Duell Mehreren seiner Kritiker 1-vs.-1 gestellt. Und sie ungefähr so einfach umspielt wie die wiederum einen 5jährigen. Selbst der schlechteste Spieler der NBA spielt halt immer noch in der NBA und ist besser als 99% der Bevölkerung.

    Zum Football haben wir Statistiken vom Collegefootball, der bereits ein Millionengeschäft ist in die NFL: 1,6% der Collegeliga-Spieler kommen in die NFL (im Basketball sind es 1,2%, Baseball 9,9%; Quelle: http://www.ncaa.org/about/reso…ng-professional-athletics)

    Bei Managern ist das Problem ein anderes: Das ist keine einfach zu definierende Fertigkeit. Die Situationen sind deutlich komplexer und die notwendigen Fertigkeiten vielfältig. Eine grobe Unterteilung könnte zB. Finanz-Fertigkeiten, Soziale Fertigkeiten und Technische Fertigkeiten sein. Diese würden sich dann gegenseitig und abhängig von der Situation beeinflussen. Damit ist dann eine Frage, was muss der Manager üben, damit er besser wird? Wenn wir dann Geld und Beziehungen mit dazu nehmen, wird es schon äußerst komplex. Glück existiert nicht. ;)

    Tut mir leid, aber das ist alles Laber Rhabarber für mich. Das ich viel und intensiv üben muss, um einen gewissen Grad an Fortschritt zu erreichen, dazu brauche ich keine wissenschaftliche Studien.

    Wie ich diesen Satz hasse... "dazu brauche ich keine wissenschaftlichen Studien."
    Doch, brauchen wir. Die Nature/Nurture-Debatte ist ziemlich sicher älter als die strukturierte Psychologie. Die eine Extremposition sagt, alles ist "von Natur aus" mitgegeben, die andere Extremposition besagt, es kommt auf die "Nährung" an (bsp.: Watson 1913). Die Wissenschaft sagt uns hier zum Beispiel mehr als nur "ich muss viel üben", sie sagt eindeutig "ich muss absichtsvoll Üben". Es geht eben auch um die Qualität der Übung (dazu noch eine ganz bestimmte Qualität! Intensiv allein reicht nicht.) und nicht einfach nur um Zeit "absitzen". Die nächste Frage ist doch, ist das generalisierbar auf alle erlernbaren Fähigkeiten oder muss ich für jede Fertigkeit eine neue Gesetzmäßigkeit finden? Was ist mit den anderen intrapersonellen Faktoren? Reicht das richtige Training und ich erschaffe "den Besten"? Die Subsumierung aller noch ungeklärten intrapersonellen Faktoren als "Talent" ist auch nur einen kleinen Schritt weiter als "Gott/Die Natur war es!". Damit ist hier eine Menge an Forschung notwendig. Ja, manchmal kommt da etwas raus, was sich mit einem fröhlichen "No shit, Sherlock!" beurteilen lässt. Aber auch "Alltagswissen" muss überprüft werden. Oft genug ist das nämlich auch einfach ziemlich falsch...

    Was mir hier auch gerade auffällt, ist die Verkennung der Qualität, die die Leute erreicht haben. Im Artikel wird ja auch von den Musikern und Musiklehrern gesprochen und mit der Zwischenüberschrift erscheint es fast so, als ob die Musiklehrer als Amateure dargestellt werden... ich wage jetzt mal die Behauptung, dass der Violinen-spielende Musiklehrer trotzdem besser Violine spielt als 90 % der Bevölkerung. Und ein Konzertviolinist wird wahrscheinlich nochmal wieder besser spielen als 90% der Musiklehrer. Und unter den Konzertviolinisten werden nur wieder die obersten 10% zu herausragenden Stars... Sabiji spricht von einem Bogenschützen, der "[...] er (glaube ich) nur 4 mal Weltmeister war [...]". Dieser Mann war also zu bestimmten Zeiten der beste der Welt in der Messkategorie. Also der beste der Welt. Punkt. Der Rest ist dann nur wieder ein diskutieren, welche Messergebnisse einem nun etwas über die "wahre Qualität" des Ausübenden sagen. Dann wird es aber ohnehin schnell verdammt unscharf (bester olympischer Schütze vs. bester Bogenschütze als ein Beispiel).

    Das habe ich doch auch nirgendwo bestritten. Ich ging schon von 10.000 h hochwertigem Training aus. Der Golfer aus meinem Beispiel hat sich Profi-Trainer genommen, die sonst Weltspitzengolfer trainieren. Er hat trainiert, wie ein PGA Tourpro. Aber selbst da macht es einen gewaltigen Unterschied, ob diese 10.000 h auf angeborenes Talent und den richtigen Zeitpunkt in der körperlichen Entwicklung treffen oder eben nicht. Wie gesagt, mit dem entsprechenden Einsatz wird jeder besser. Aber er wird eben auch mit 10.000 h idealen Trainings nicht automatisch "zu den Besten" gehören.

    Ok, dann hatte ich Dein Beispiel missverstanden.
    Der zweite Teil ist natürlich nur allzu logisch: Wenn alle ungefähr gleich gut trainieren, differenziert sich das am Ende eben nach den anderen Faktoren aus, die jeder mitbringt. Wobei ich mich schon frage, ob er es nicht zumindest mit den Progolfern auf unterster Ebene hätte aufnehmen können. Dann hätte er ja zu "den Besten" gezählt, ohne "der Beste" zu sein. Das ist ja dann auch immer noch ein Unterschied, ab wann man "die Besten" zählt.

    Was Capella beschreibt, ist halt der klassische Fehlschluss aus Gladwells provokanter These: Es geht nicht darum, irgendwie die 10.000h voll zu bekommen. Die Qualität des Trainings ist am Ende wichtiger! So betont es ja auch der Artikel. Deliberate Practice ist wiederum etwas, dass auch eine Außenreflektion bedarf: Sei es durch einen Lehrer oder durch Messen mit anderen. Dann muss das Gelernte immer wieder bewusst durchdrungen und geübt werden. Obwohl also die gleiche Zeit verwendet wurde, wird unterschiedlich viel aus dem Training gezogen.

    Zu Capellas Beispiel: Natürlich spielt bei körperlichen Künsten die "Haltbarkeit" des Körpers auch eine Rolle. Was als junger Mensch kaum Probleme und nur geringe Regenerationszeit erfordert, ist 20 Jahre später ggf. gleich eine Wochen lange Zwangspause...

    Danke Paladin für die ausführliche Antwort.

    Jemand, der nicht flüchten kann, kann nicht flüchten - so einfach können Dinge sein... Da können wir hier hin- und herdiskutieren.

    Jemand, der aus gesundheitlich/körperlichen Gründen nicht fliehen kann, kann nicht kämpfen - so einfach können Dinge sein...

    Ich streite nicht ab, dass Menschen mit jahrzehntelangem Training in der Lage sind, sich einem Messer zu stellen und zumindest lebend aus der Situation herauszukommen. Sogar, wenn diese Menschen durch irgendwas im Nachteil sind. Die Realität ist doch aber auch, dass die allermeisten Menschen kein solches Training absolviert haben. Dein Beispiel mit dem Aikidoka zeigt weiter, dass selbst Menschen mit KK-Erfahrung ggf. realitätsferne oder unvollständige Dinge gelernt haben. Mir fehlt einfach immer noch die Berücksichtigung des einfachen Satzes weiter oben in Deiner pauschalen Ablehnung der Flucht.

    Ich bezweifle nicht, dass Flucht als Strategie auch Schwächen hat und je nach Szenario nicht hilfreich ist. Das hast Du ja durchaus schlüssig begründet und findet sich auch in den Diskussionsbeiträgen der Anderen. Ich bezweifle aber deutlich, dass "Stellt Euch!" für etwa 95% (Zahl wahrscheinlich, siehe Opfer-Auswahlkriterien höher...) der Bevölkerung 'ne sinnvolle Idee ist... Damit bleibt aus meiner Sicht als realitätsnahes Verhalten für diese 95% nur "Fügt Euch dem Täter!" und dass das wahrscheinlich keine gute Strategie ist, ist denke ich allen klar. Deswegen poch ich so auf die Kehrseite Deiner "Flucht ist keine gute Strategie!"-Aussage: Kämpfen ist für die allermeisten auch keine gute Strategie... was nicht heißt, dass man das nicht tun kann und je nach Kontext auch sollte, wenn einem nichts anderes übrig bleibt! Und da gilt natürlich, je mehr Wissen und Übung, desto besser. Der Aikidoka aus Deinem Beispiel hat wahrscheinlich immer noch bessere Chancen als die ~50jährige übergewichtige Anwältin, deren letzte regelmäßige sportliche Betätigung im Schulunterricht stattfand.

    Paladin, Du antwortest nicht auf meine, aus meiner Sicht gerechtfertigte Frage, wie die Schwachen/Übergewichtigen/Alten im Kampfteil abgeschnitten haben. Ich vermute, weil sie dort AUCH versagt haben. Du begründest ja selber, dass man sich als Täter einfache Opfer sucht. Die Ablehnung der Flucht macht im entsprechenden Szenario (deinem Test) Sinn. Mit dem Ergebnis, dass die Leute KEINE erfolgsversprechende Strategie haben werden, da schwach/übergewichtig/alt auch nicht im Kampf gegen den fitten, gesunden, gewaltbereiten 30jährigen bestehen werden. Das ist bittere Realität.

    Was also sollen diese Menschen, die zum Opfer werden, Deiner Meinung nach tun?

    Man muss das nicht verkomplizieren: testet! Die wirklich einfach zu verstehende Formel: Wer schneller ist, gewinnt. Ganz einfach, ganz logisch. Lebensgefährlich ist da nur eine Tatsache: Zu behaupten, Flucht wäre auch für langsame und/oder unsportliche und/oder Ältere immer zu empfehlen.

    Ok, wie lief der Test der Schwachen/Langsamen/Unsportlichen gegen das Messer? Du hast Deine Ergebnisse des Lauf-Tests beschrieben. Das Andere werdet ihr doch auch gemacht haben, wie ging das aus?

    Nachtrag: Die Realität ist kompliziert. Jede Reduktion auf eine einfache Formel ist gefährlich. "Immer fliehen" ist gefährlich, "Immer kämpfen" ist gefährlich. Sind Waffen im Spiel ist ein Fehler lebensgefährlich.

    Ich duelliere mich im Training regelmäßig mit Schwertern und "verliere" dabei auch oft genug gegen Anfänger und das, wenn beide die gleiche Waffe haben. Nehme ich ein Kurzschwert, "verliere" ich ziemlich oft. Unbewaffnet gegen ein Messer sehe ich meine Chancen ähnlich niedrig... daher der pauschale Rat, eher zu fliehen als zu kämpfen. Beschränkungen siehe Diskussion weiter oben.

    Wie haben sich die Leute in der reinen Abwehr ohne vorherigen Sprint (ich will das einfach nicht Flucht nennen...) gemacht? Mir ist Deine Darstellung hier zu einseitig.

    Flucht ist außerdem mehr als nur ein Sprint, was weiter oben schon viel ausgewalzt wurde. Natürlich ist eine Flucht im dunklen Park, wo ich kaum Möglichkeiten für Öffentlichkeit, Hindernisse dazwischen bringen, etc habe etwas anderes als eine Flucht "vor der Disko". Ich halte Deine Pauschalisierung, so, wie sie bei mir ankommt, weiterhin für lebensgefährlich.

    Edit-Ergänzung: Ich bin schon aus entsprechenden Situationen geflohen... in der Regel setzte das Weglaufen erst recht spät ein. Das Entfernen von den Tätern allerdings so früh wie möglich.

    Ich kenne jetzt, zumindest aus den englisch-sprachigen Gefilden noch die Nennung der Militärkarriere: Wie viele Ex-Scharfschützen-PsyOps-SpecialForces Typen wie aus dem Nichts "effektive traditionelle japanische Kampfkunst" hervorzaubern... großartig. Insbesondere mit frisch verstorbenem Lehrer, der lediglich "den technischen Kram" übermittelt hat, aber nicht mal den korrekten Namen der Kunst kannte, noch wie sie geschrieben wurde oder wie sie geschichtlich einzuordnen ist... Wer das glaubt, kauft auch den Eiffelturm gebraucht.

    Vielleicht gibt es ja demnächst wieder Schaukämpfe ala römischer Zirkus?

    Sehe ich genauso. Wirkt nur unseriös für Leute mit ein klein wenig Ahnung, beeindruckt aber die Jünger.

    Zumindest in der Koryu-Ecke braucht man leider manchmal mehr als nur "ein klein wenig" Ahnung, zumindest wenn die Aufschneider sich nicht völlig dämlich anstellen. Da jede Schule ohnehin aus historischen Gründen mehr oder minder ihr eigenes Süppchen kocht und die meisten Schulen auch Alles ablehnen, was irgendwie nach Überprüfung ihrer Expertise riecht, ist es oft nicht so einfach, Gut von Grütze zu unterscheiden. Schließlich kann auch eine legitime Schule heute hauptsächlich Grütze produzieren...

    Ich habe an Titeln/Zertifikaten auch schon eine Menge gesehen: von der Übernahme moderner Kyu-Dan-Systeme über Mischformen bis hin zu der Beibehaltung traditioneller Zertifikate und/oder Schriftrollen, die dann wieder in Ermangelung von Sprachkenntnissen viele eh nicht lesen können. Das reicht dann von drei Scheinen (Anfänger, Fortgeschritten, Meister) bis zu Dutzenden mit Unterabstufungen und Zusatztiteln (Hachi-dan Kyoshi mit goldenem Band und Jugendarbeitsauszeichnung der Jahreshauptversammlung oder so ähnlich...). Diese Titel-Meierei hat im Japanischen sogar eine eigene abfällig Bezeichnung für die Individuen, die damit auftreten: kuro-meishi (in etwa: Schwarze Visitenkarte). Meint, dass derjenige so viele Titel hat, dass seine Visitenkarte schon ganz schwarz erscheint.

    Ja, man verwechselt wohl "Ursache und Wirkung": Das Schwert ist nicht gut, weil es Juyo Papiere hat, es hat Juyo Papiere, weil es gut ist. Die SpiSpe (so issed kürzer ;) ) sind klassische Risikospekulanten, die Trends hinterherlaufen. Leute, die in anderen Bereichen auch schon mit teurem Zeug hantieren, ich denke da an Juweliere und Antiquitäten-Händler.

    Kann man was gegen den ganzen Kram tun? Vielleicht. Mehr Bildung unters Volk hilft Unmengen! Einander unterstützen in der Sammelleidenschaft, zB. durch Zuspruch, wenn sowas in Foren rotiert. Aber sonst? Kapitalismus, und SpiSpe sind nun mal ein Auswuchs davon, ist nun mal nicht moralisch...

    Ich glaube im nächsten Leben werde ich Klappsdoktor.

    Als jemand, der schon öfter in entsprechenden Einrichtungen gearbeitet hat: lass es besser! Gegen das, was da läuft, ist die Sammlerszene Kindergarten! ;):D

    Bei Deinem Beispiel ist der Meckerer aus meiner Sicht kein Sammler, sondern Händler/Spekulant: Er versucht mit allen Mitteln den Einkaufspreis zu drücken und den Verkaufspreis zu erhöhen. Solange er sich dabei nicht strafbar macht, ist das ja auch sein gutes Recht. Du hast ja recht, dass die Klinge nicht (handwerklich) besser wird, aber durch Papiere wird es halt zu einem besseren Spekulationsstück, da die Chance auf einen guten Wiederverkaufswert steigt. Das hat aber nichts mit Sammeln zu tun.

    Ich sehe in der Szene grob drei Arten von Mitspielern: "reine Sammler", die nur aus Gründen sammeln, die nichts mit dem Geld zu tun haben; "reine Spekulanten", die ausschließlich aus monetärem Interesse mitspielen und "spekulierende Sammler", die sowohl sammeln um des Sammelns willen, als auch mehr oder weniger spekulierend mitspielen, z.B. um sich weitere Sammelobjekte leisten zu können oder die Expertise, die man durch Sammeln gewann, ein wenig zu Geld zu machen.

    Wenn diese unterschiedlichen Arten von Mitspielern aufeinander treffen, ergeben sich dann diese widersprüchlichen Gemengelagen: ReSa (reine Sammler) guckt nach Merkmalen, die ihm wichtig sind. Dazu könnten auch Paper zählen, quasi als Expertenurteil, dass der Kram, den man da kauft authentisch ist. Ich vermute mal, dass mit zunehmender eigener Expertise weniger auf Paper gegeben wird. ReSpe (reiner Spekulant) schaut auf alles, was den Preis im Verkauf anhebt und im Einkauf senkt. Handwerkliche Merkmale werden dabei nicht ignoriert, spielen aber eher eine untergeordnete Rolle nach dem Motto "Irgendwer wird sowas schon Sammeln" (und es muss ja sichergestellt werden, dass es keine Fälschung und/oder kaputt ist). ReSpe investiert auch in Paper, in der Hoffnung, dadurch eine unmittelbare Wertsteigerung zu erfahren, die er versilbern kann. SpeSa (spekulierende Sammler) zeigt das vielfältigste Verhalten, je nachdem, wie groß der jeweilige Anteil von Sammeln und Spekulieren ist.

    Je mehr spekulierende Mitspieler nun auf dem Markt rumrennen, desto eher geht die Preisgestaltung von handwerklich/historischen Merkmalen weg und hin zu den "Moneymakern": Große Namen, Papiere und was weiß ich, was da noch reinspielt. Je mehr spekulierende Mitspieler es gibt, desto "merkwürdiger" die Preisgestaltung aus Sicht der Sammler: Langweiliges Zeug wird merkwürdig teuer gehandelt und kommt mit 'nem ganzen Ordner an Papieren, historisch/handwerklich spannender Kram versauert in den Läden, weil es eben nicht dem aktuellen Spekulationstrend entspricht.

    Zum Wert: Wir müssen hier unterscheiden zwischen "objektivem Wert" und "subjektivem Wert"; soll heißen, eine Klinge ist objektiv das Wert, was tatsächlich dafür bezahlt wird und subjektiv das Wert, was jemand persönlich dafür für angebracht hält. Diese Werte sind einerseits nicht fix, sondern flexibel und sie können in beide Richtungen stark auseinander driften: Ich kann für ein Schwert mehrere Tausend Euro "zu viel" bezahlt haben, weil ich den Preis für angebracht hielt. Wenn ich es jetzt wieder verkaufen möchte und nicht mehr die ursprüngliche Summe bekomme, dann hat sich der "objektive Wert" verändert. Ändert sich, warum auch immer, meine Einstellung zu der Klinge, kann es auch sein, dass sich der "subjektive Wert" ändert und ich im nachhinein jammere, dass ich zu viel bezahlt habe.

    Nehme ich mir das Lehrbuch eines befreundeten Ju Jitsu Verbandes, so traue ich mir aus dem Stand heraus sofort die Prüfung bis zum 3. Dan zu, weil ich in meinem Jiu Jitsu gerade mehrere Dan-Anwärter vom 1. bis zum 4. Dan vorbereite und die gefordeten Kata dementsprechend auch kann.

    Auch das wird einem aber nur etwas bringen, wenn man es dann auch beim oder direkt nach dem Lesen umsetzt bzw. ausprobiert. Und ob es tatsächlich was gebracht hat, bzw. ob es wirklich so richtig ist, wird man dann auch erst wieder im Training mit einem Lehrer/Sensei/Coach oder zumindest einem erfahrenen Trainingspartner merken.

    Ihr beide schreibt gerade selber, dass das nur funktioniert, wenn man es mit Leuten üben kann, die das können... damit widerlegt ihr euch doch selbst. Bestenfalls wird das Lernen aus einem Buch zum Glücksspiel ala "hoffentlich hab ich das jetzt richtig gemacht". Schlimmstenfalls hat man sich Murks angeeignet, den man dann wieder mühsam raustrainieren muss (oder man versucht was auch immer in einer SV Situation...).
    Bücher als Unterstützung für die KK, die man bereits lernt? Kann sinnvoll sein. Aus Büchern KK lernen? Unsinn.

    Mir war der Kerl vorher schon suspekt. Ich hatte den irgendwann mal in einem Video viel Unsinn verzapfen hören, was Körperbewegungen, kämpfen und Physik anging. Ein bisschen google bemüht: Scheint ein sehr polarisierender Mensch zu sein, der mit vielen Mitteln versucht, Geld mit/aus seiner Kunst zu machen. Was nicht zwangsläufig schlecht sein muss, der Mann muss ja auch von was leben. Aber so ein Buch? Bullshit. Absoluter Bullshit. Man kann aus Büchern (Fakten-)Wissen lernen, wie zB. Geschichte, Namen, Abläufe, etc.- Damit kann man sie als Stütze verwenden, wenn man Abläufe nicht mehr ganz im Kopf hat ("Erst Treten, dann Schlagen oder andersrum?"). Dafür muss man diese Abläufe aber mal vermittelt bekommen haben, sonst wird das nix.


    Alles, was Motorik erfordert, muss erfahren und geübt werden. Ich bekomme mit dem Schwert was auf's Gesicht oder anderweitig gezeigt. Anschließend frage ich, wie das gemacht wird und versuche es selber. Dann folgen Korrekturen. Ein Buch kann das nicht leisten.

    Der Markt sollte sich eigentlich selbst regulieren. Tatsächlich herrscht wahre Anarchie. Bestimmte Regeln bzw. ein Gerüst, an dem man sich "weiterhangeln" konnte, existieren nicht.

    Nur ein kleiner Einwand von meiner Seite: Dieser scheinbare Widerspruch, den Du da aufzeigst, ist keiner. Wenn der Markt sich selbst regulieren soll, bedeutet dies zwangsläufig, dass er nicht von außen reguliert ist. Damit herrscht natürlich Anarchie. Spätestens, wenn ein Umbruch stattfindet wie von Dir beschrieben. Allzu häufig verstehen Menschen leider "freien Markt" als "verhält sich so, wie ich es für logisch halte".

    Ich gehöre zu den "Neuen" wenn man so will. Ich bin vor wenigen Jahren über Koryu und der Notwendigkeit, Schwerter für das Training zu benutzen, zu diesen Kunstwerken gekommen. Tsuba kaufe ich danach, was mir ästhetisch gefällt. Namenlose, schwer einzuordnende Stücke die mir gefallen landen auch mal für eine Zeit auf meinen "Trainingsschwertern". Mein Nihonto habe ich nach "Anwendungskriterien" (für Battoujutsu) gekauft, sprich die Dimensionen waren erst mal wichtiger als der Rest, auch wenn ich da bestimmte Vorstellungen zu hatte. Ich war überrascht, dass das Schwert Papiere hatte. Menuki kaufe ich zu einem bestimmten Thema, meist zu einer Tsuba oder Koshirae... Mir ist es einfach schlicht nicht wichtig, ob das Stück dass ich da kaufe, Handwerklich "schlechter" ist, als das, was daneben liegt. Solange eine gewisse Kunstfertigkeit offensichtlich erreicht wurde.


    Zusammenfassend würde ich wahrscheinlich auch "gute Sachen" (Gut nach welchen Kriterien?) im Laden liegen lassen und mir den "Durchschnitt" kaufen, der mir persönlich gefällt.