Beiträge von Capella

    Durch einen Tennisball eine Schnur ziehen, am Ende (oben und unten eine Schlüppergummi), an der Decke ein leichter Haken, nach unten z.B. mit einem Buch beschweren und fertig ist das Zielgerät, mit dem Du auch flexibel reagieren musst.

    Das klingt tatsächlich gut. So eine Art mini-Punchingball. Danke, das werde ich mal ausprobieren. Alte Tennisbälle hab ich hier noch rumliegen. Schlüppergummi wahrscheinlich keins mehr, aber das gibt's in jedem Supermarkt. Und einen Haken sollte ich irgendwie in die Decke kriegen, hoffe ich, falls mein Nachbar mir endlich mal meine Bohrmaschine zurück gibt.

    Habt ihr schon Plöne, ob und wie ihr während des nächsten Lockdowns (der ja scheinbar nicht mehr lange auf sich warten lässt) zu Hause weiter trainieren werdet?


    Ich habe zwei Katas, die ich mri zumindest vom Ablauf her draufschaufeln will (das kommt bei uns im Training eh immer etwas zu kurz ... wir sind definitv kein Kata-Verein). Und, wie schon in dem Boxsack-Thread erwähnt, würde ich gerne meine Kicks verbessern. Außerdem möchte ich versuchen, regelmäßig Joggen zu gehen. Das fällt mir normalerweise im Herbst/Winter schwer, weil es nach der Arbeit schon so dunkel ist, aber zur Zeit bin ich im Homeoffice, da kann ich dann die Mittagspause nutzen ... könnte ich theoretisch im Büro auch, aber da kann ich mich halt nicht duschen und umziehen danach. Außerdem erlaubt mir das Homeoffice, mir bei der Arbeit einen Timer zu setzen, und wirklich konsequent jede Stunde einmal aufzustehen und ein paar Lunges oder Kniebeugen zu machen oder so etwas. Mach ich im Büro manchmal auf dem Klo ... aber eben nicht wirklich konsequent.


    Und wenn ich die Disziplin dazu aufbringe, werfe ich noch zweimal die Woche ein knackiges Bodyweight- oder Kurzhantel-Workout ein.

    Also, ich glaube, es ist normal, dass man lieber mit zwei Beinen auf dem Boden steht, als von irgendwem hochgehoben zu werden. "Höhenangst" als Argument finde ich allerdings leicht übertrieben ... der lupft dich ja in der Regel nur kurz an und hebt dich nicht in schwindelerregende Höhen. Aber ich verstehe schon, dass das Gefühl, plötzlich sprichwörtlich den Boden unter den Füßen zu verlieren, ein unangenehmes ist. Aber genau darum geht es dem Angreifer bzw. in deinem Fall Trainingsparter ja auch, nämlich dir die Bodenhaftung zu nehmen, und dich dann mit relativ wenig Kraft umkippen zu können.


    Wie du das persönlich für dich überwinden kannst, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn du jemanden hast, mit dem du außerhalb des regulären Trainings üben kannst, dann kannst du dich mit ihm vielleicht langsam an das Gefühl hochgehoben zu werden herantasten. Also, indem er dich erstmal wirklich nur anhebt, aber dann wieder abstellt ohne dich aus dem Gleichgewicht zu bringen, so lange, bis das Gefühl für dich okay ist. Und dann eben ein bisschen mehr.


    Ansonsten: Augen zu und durch. Es geht ja gerade darum, sich unangenehmen Erfahrungen im Training zu stellen, damit man dann besser damit umgehen kann, wenn sie einem in echt passieren.

    Da wir ja scheinbar doch wieder mit großen Schritten auf einen Lockdown und somit Trainingsausfall zusteuern ... gibt es irgendeine Möglichkeit, sich für zu Hause etwas zu improvisieren, was man als "Zielscheibe" für Kicks nehmen könnte? Ein Heavybag kann ich bei mir zu Hause nicht wirklich aufhängen, selbst ein kleinerer Boxsack würde schwierig, schon alleine aus Angst, meine Nachbarn zu nerven. Am ehesten ginge wahrscheinlich noch ein Standboxsack, weil unter mir ein Laden ist, und der hat nur ganz begrenzte Öffnungszeiten (bzw. wäre im Lockdown auch sicher ganz zu ... Künstlerbedarf und Bilderrahmen ... ). Aber ich schrecke etwas davor zurück, mir auf Dauer so ein Monster ins Wohnzimmer zu stellen, um dass ich dann im Alltag immer herumnavigieren muss.


    Es geht mir in dem Fall auch gar nicht so sehr um Schlagkraft oder Ausdauertraining, sondern wirklich ums Zielen z.B. für Spin-Kicks, Brazilian Kicks und so. Das würde ich in der Corona-Pause gerne ein bisschen zu Hause üben. Hat da jemand eine pfiffige Idee?

    Ich hatte den Artikel auch schon gelesen und musste gleich "Ben" aus Kiel denken, der hier vor einiger Zeit mal aufschlug. Der würde sich in so einer Truppe wohl ziemlich wohl fühlen. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass an dem Phänomen irgendetwas neu ist. Die rechten Skinheads und andere Neonazis aus meiner Schulzeit (Mitte der 1980er Jahre) hatten auch schon einen totalen Kampfsportfimmel und waren in diversen Wehrsportgruppen etc. organisiert. Oder sie gingen halt schlicht zur Bundeswehr und zur Polizei und nahmen da alles an Nahkampfausbildung mit, was sie kriegen konnten. Wollte damals nur keiner hören. Da waren Staatsfeinde per Definition links. Auf dem rechten Auge war der Staat (und größtenteils eben auch die Medien und die Gesellschaft insgesamt) sehr blind.

    Ich glaube nicht, dass das abschreckt. Also, zumindest nicht am Anfang. Jetzt mal ehrlich, wenn ich für etwas brenne, dann kann ich mir doch nichts besseres vorstellen, als das jeden Tag stundenlang zu tun. Egal, ob das jetzt Klavierspielen, Fußball oder MMA-Training ist. Die Ernüchterung kommt dann eher, wenn man erkennt, was da eben noch alles so dranhängt. Also beim MMA z.B. das Gewichtmachen vor einem Kampf oder lange Ausdauerläufe oder sowas. Und wenn man eben merkt, dass man halt nicht das Genie/Supertalent ist, auf das die Welt gewartet hat, sondern trotz allem, was man schon investiert hat, nur ein kleines Licht unter vielen ist.


    Wenn jetzt jemand merkt, dass es wahrscheinlich trotz allem Trainings nur für die Ersatzbank im Regionalliga-Club Hintertupfingen reicht, oder für einen Job als Barpianist auf einem Kreuzfahrtschiff, dann werden die 10.000 h plötzlich eine Nummer. Dann muss man sich fragen: ist es mir das trotzdem wert. Wenn jemand dann trotz mangelndem Talent soviel Liebe für die Sache hat, dass er es auch dann gerne tut, wenn er eben nicht Weltspitze wird, dann lohnen sich auch mehr als 10.000 h und man ist wahrscheinlich einfach happy, dass man seiin Geld mit etwas verdienen kann, was einem so viel Spaß macht. Wenn aber die Motivation doch eher der Gedanke nach Ruhm und Ehre und die Aussicht auf einen Ferrari war, dann wird man sich eher betrogen fühlen, wenn man die Geschichte mit den 10.000 h geglaubt hat. Aber wie gesagt, das merken die meisten ja erst später. Am Anfang sollten die 10.000 h Stundenet was sein, auf das man sich wie jeck freut. Sonst fängt man wirklich besser erst gar nicht an.

    Was sage ich aber zum Beispiel einem jungen Mann, der mit 16 Jahren beschließt: "Ich will Profiboxer werden" (oder Fußballprofi oder MMA-Kämpfer oder Hollywood-Schauspieler), ohne bisher dafür besonderes Talent gezeigt zu haben? Rate ich dem: "Jo, mach mal, du musst nur 10.000 h hart (und richtig) trainieren, dann wird das schon", oder sage ich nicht doch eher sowas wie: "Mach doch lieber dein Abi und studiere Sport (oder was anderes), das ist vernünftiger und boxen kannst du dann ja in deiner Freizeit."?

    Klar. Ein bisschen ist das auch ein Problem unserer Zeit, denke ich. Durch die Globalisierung und das Internet ist die Welt ja in dem Sinne "klein" geworden, dass man wirklich immer gleich im Vergleich mit der ganzen Menschheit steht. Geht man 200 Jahre oder so zurück, also sagen wir mal vor die Erfindung von Telegraph und Eisenbahn, dann hatten die meisten Menschen nur den Vergleich mit ihrem unmittelbaren Umfeld, also z.B. ihrem Dorf plus eventuell noch alle weiteren Dörfer die zum gleichen Marktflecken oder zur gleichen Grafschaft gehörten. Da war es wesentlich leichter, durch gute Leistungen in einem bestimmten Bereich aufzufallen und in irgendwas der oder die Beste zu werden. Man sieht diese Entwicklung auch, wenn man sich zum Beispiel einen Zirkus anguckt. Wenn da heute Artisten auf einem Drahtseil laufen oder am Trapez schwingen, dann nehmen wir das in der Regel mit wenig Überraschung zur Kenntnis und nicken es wahrscheinlich sogar als langweilig und schon 1000mal dagewesen ab, weil wir eben aus dem Fernsehen Nummern mit deutlich höherem Risikofaktor und Schwierigkeitslevel gewohnt sind. Was aber natürlich nichts daran ändert, dass auch die Seiltänzerin vom Familienzirkus Fratelli wahrscheinlich im Laufe ihres Lebens schon deutlich mehr als die 10.000 h Training investiert hat, um so gut zu werden, wie sie ist, und dass wir ihre Nummer selber ohne einen vergleichbaren Trainingsaufwand auch nicht nachmachen könnten.

    Was Capella beschreibt, ist halt der klassische Fehlschluss aus Gladwells provokanter These: Es geht nicht darum, irgendwie die 10.000h voll zu bekommen. Die Qualität des Trainings ist am Ende wichtiger!

    Das habe ich doch auch nirgendwo bestritten. Ich ging schon von 10.000 h hochwertigem Training aus. Der Golfer aus meinem Beispiel hat sich Profi-Trainer genommen, die sonst Weltspitzengolfer trainieren. Er hat trainiert, wie ein PGA Tourpro. Aber selbst da macht es einen gewaltigen Unterschied, ob diese 10.000 h auf angeborenes Talent und den richtigen Zeitpunkt in der körperlichen Entwicklung treffen oder eben nicht. Wie gesagt, mit dem entsprechenden Einsatz wird jeder besser. Aber er wird eben auch mit 10.000 h idealen Trainings nicht automatisch "zu den Besten" gehören.

    Ein mittelprächtiger Golfer in den 30ern (Handicap 16 oder so, also für einen Wochenendspieler ganz okay, so ca. in den besten 20% aller Amateurgolfspieler) hat das vor einigen Jahren mal ausprobiert, so als Social Media Projekt. Hat seinen Job gekündigt und begonnen, Golf zu trainieren wie ein Profi das machen würde, mit dem Ziel, 10.000 Stunden Training zusammen zu bekommen und zu sehen, wie gut er werden würde. Er hat das ganze auf seiner Webseite dokumentiert (YouTube Kanäle waren da noch eher unüblich, insofern war es mehr ein klassischer Blog).


    Das ganze ist ziemlich gescheitert. weil er immer wieder verletzungsbedingt pausieren musste und auch sonst eben jede Menge alltägliches Leben um ihn herum weiter ging. Aber selbst in der ersten Zeit, wo er wirklich täglich viele Stunden investiert hat, ist er lange nicht auf dem Niveau gelandet, auf dem ein Jugendlicher, der als Kind angefangen hat, ist. Ich glaube, das ist schon so ein bisschen ein "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" Ding.


    Also, ich denke schon, wenn man wirklich hart an sich arbeitet, und sich ganz auf eine Sache fokussiert, dann kann man da in 10.000 Stunden mit Sicherheit sehr viel erreichen. Aber es wird eben immer auch diejenigen geben, die mit deutlich weniger Aufwand, einfach aufgrund von Talent und früher Förderung, noch wesentlich besser sind. Und wenn die dann auch ihre 10.000 Stunden investieren, dann sind das die, die an die Weltspitze schießen. Otto Normalbürger ist dann mit seiner in 10.000 Stunden Schweiß und Tränen erworbenen Meisterschaft in seinem unmittelbaren Umfeld ein harter Hund, aber das war's auch schon. Insofern würde ich das Versprechen, wenn du 10.000 h in was investierst, wirst du zu den Besten gehören, mit etwas Vorsicht genießen.

    Würde ich in dem Kontext unterschreiben. Bzw. ich würde den Titel des Artikels ändern in "Warum Kampfsport für Selbstverteidigungsszenarien nicht ideal ist." Denn ich würde schon behaupten, dass eine erfahrene Vollkontakt-Kickboxerin einiges mehr in eine Notwehrsituation mitbringt, als eine Frau, die lieber zum Zumba geht. Aber es gibt eben schon viele Situationen, die einem auf der Matte oder im Ring nie begegnen würden, und für die man dann auch nicht trainiert. Wenn eine Frau (oder auch ein Mann) also hauptsächlich aus dem Wunsch heraus, gegen körperliche Übergriffe gerüstet zu sein eine "Kampfkunst" betreiben will, dann ist sie oder er besser bei Krav Maga und Co. aufgehoben als beim MMA oder Kickbox-Training.


    Aber es gibt ja durchaus auch andere Motivationen, um eine Kampfkunst bzw. einen Kampfsport zu trainieren. Auch für Frauen. Das nervt mich nämlich ein bisschen. Wenn ein Mann zum Boxen oder zum Judo oder zum Kendo geht, dann stellt ohne weitere Informationen zu seiner Person niemand in Frage, dass er sich da schon das ausgesucht hat, was zu ihm passt. Bei einer Frau ist die Reaktion ganz oft: "XYZ wäre aber für Selbstverteidigung viel besser geeignet." Es gibt aber durchaus auch Frauen, die gerne Wettkämpfe kämpfen. Oder die sich für traditionelle Waffenkünste interessieren. Oder die in der Kampfkunst einfach einen Ausgleich vom Alltag suchen.


    Also, wie gesagt, im Kontext "Selbstverteidigung" ja, da gibt es bestimmt bessere Stile/Systeme als die wettkampforientierten Kampfsportarten. Aber das macht die Kampfsportarten nicht generell "ungeeignet" für Frauen oder irgendeine andere Zielgruppe. Wenn eine Frau z.B. MMA Kämpferin werden will, "funktioniert" z.B. Muay Thai dafür ganz hervorragend. Und schaden tut es der Selbstverteidigungs-Fähigkeit dann auch nicht. Ein unwissender Vergewaltiger, der nachts auf der Straße eine Valentina Shevchenko oder eine Rose Nunez angreift, dürfte eine ziemliche Überraschung erleben, behaupte ich mal.

    Was würde ich jemandem raten, der weder schnell laufen kann, noch irgendwelche Kampfkunsterfahrung hat? Im Falle eines Angriffs? Kommt auf die Situation an. Bei einem Überfall oder so, wo es nur um materiellen Besitz geht: Compliance. Hier, nimm all mein Geld, möchtest du auch mein Handy? Ach so, der Autoschlüssel, ja klar ... Klar ist das doof, aber immer noch um Klassen besser als niedergestochen, erschossen oder zusammengeschlagen zu werden.


    Wenn der Angriff sich direkt gegen die Person richtet, und man eben wirklich keine Möglichkeit einer erfolgreichen Flucht sieht, versuchen, Aufmerksamkeit zu erregen, falls es in der Nähe irgendwo eine Chance auf Hilfe gibt (bewohnte Häuser, Geschäfte, Kneipen, Tankstelle, vorbeifahrende Autos etc.). Wenn das alles auch nicht geht (und hier sind wir wirklich schon in ziemlich spekulativen "was wäre wenn" Szenarien, denen sich die meisten älteren, gebrechlichen, nicht mehr zum Erreichen einer gewissen Fitness fähigen Menschen nur selten befinden) und alle Überredungsversuche etc. gescheitert sind, Schadensbegrenzung. Lebenswichtige Organe schützen.


    Ich glaube wirklich, so typische Entwaffnungstechniken, wie sie in der SV gerne gelehrt werden, bringen einem herzlich wenig. Okay, vielleicht schaffe ich es mit ganz viel Glück tatsächlich, meinem Angreifer sein Messer abzunehmen. Und dann? Wenn ich nicht gelernt habe (und seelisch dazu bereit bin, was viele auch nicht sind und das ist auch ganz gut so), dieses Messer dann sinnvoll einzusetzen, dann sehe ich mich immer noch einem aggressiven und wahrscheinlich körperlich weit überlegenem Angreifer gegenüber. Will sagen, mit einer gelungenen Entwaffnung ist das Spiel ja nicht vorbei. Ich muss immer noch entweder aus der Situation raus (wo wir wieder beim Weglaufen wären) oder das Gegenüber kampfunfähig machen können.


    Ich denke einfach, dass es nur eine relativ kleine Zielgruppe von Leuten gibt, die willens und in der Lage sind, jahrelang realistische SV zu trainieren, die aber nicht in der Lage wären, stattdessen in der gleichen Zeit und mit dem gleichen Aufwand ziemlich fitte Läufer zu werden.

    Und du glaubst ernsthaft, nach 6 h ist irgendjemand in der Lage, sich gegen einen Gegner zu verteidigen, der ihm oder ihr ernsthaft ans Leder will? Ich kann mir das so richtig einfach nicht vorstellen.

    Klar brauche ich, um erfolgreich weglaufen zu können, eine gewisse Fitness. Aber um kämpfen zu können, brauche ich die doch erst recht. Ernsthaft, ich kenne kaum eine sportliche Betätigung, die so extreme Kondition verlangt, wie kämpfen, egal, ob stand-up oder Bodenkampf. Da sind Tabata-Intervalle ein Witz gegen. Insofern stimme ich Schnüffler da uneingeschränkt zu: wer wegen mangelnder Fitness/Alter/Unsportlichkeit nicht gescheit weglaufen kann, der wird sich auch im Kampf unglaublich schwer tun. Ich meine, deswegen trainiert man ja schleißlich auch.


    Die zynische Frage wäre jetzt, was im Zweifel schneller zu lernen bzw. zu verbessern ist: die Abwehr aller möglichen Angriffe nebst Kontern, die das gegenüber kampfunfähig zu machen, um eben für alle möglichen Gegner gerüstet zu sein, odereinfach schneller länger laufen zu können.


    Also schließe ich jetzt aus der Tatsache, dass ein untrainierter Mensch bei Flucht keine Chance hat, dass er stattdessen kämpfen lernen soll (was ja durchaus auch eine Zeit dauert und mit Aufwand verbunden ist), oder dass er einfach trainieren soll, besser wegzulaufen?

    Man kann das indiividuell einstellen. Dafür im eigenen Profil auf Einstellungen klicken und dann unter "Benachrichtigungen" einfach auswählen, wofür man eine Email bekommen will. Man kann sich auch eine tägliche Infomail schicken lassen statt einzelner Mails für alle neuen Threads bzw. Beiträge in abonnierten Themen.

    Also, ich habe jahrelang sehr viel getanzt, hauptsächlich Tango Argentino, aber auch Bühnentanz für ein Musical-Ensemble. Und ich würde sagen, abgesehen von generell einer Verbesserung der Koordination und des Körpergefühls, bringt einem das außerdem die Fähigleit, Bewegungsabläufe schnell zu begreifen und umzusetzen. Das ist für mich jetzt zum Beispiel beim Lernen von neuen Katas ein echter Vorteil. Da sitzen dann sicher nicht alle Techniken gleich perfekt, aber ich laufe generell schonmal in die richtige Richtung und stehe auf dem richtigen Fuß und so. Damit tun sich meine Trainingspartner z.T. deutlich schwerer.


    Tango Argentino ist nochmal extra spannend. Da das ein komplett geführter Tanz ist (es also im Gegensatz zu den meisten anderen Paartänzen keinen wirklichen Grundschritt und feste Schrittfolgen hat). Jeder einzelne Schritt wird vom Führenden and den (bzw. meistens die) Folgende(n) kommuniziert. In der Regel geschieht das über die Gewichtsverlagerung. D.h. man kriegt ein sehr gutes Auge dafür, auf welchem Fuß das Gegenüber gerade sein Gewicht hat und ob er sich jetzt wohl als nächtes vorwärts, rückwärts oder zu Seite bewegen wird und ist bereit, den Schritt dann zeitgleich mit zu machen. Das ist für Kampfsport schon ziemlich praktisch.


    Sowas wie BreakDance ist bestimmt auch klasse, das ist ja richtig akrobatisch. Dafür war ich nie mutig und sportlich genug. Aber die krassesten Kraft- und Ausdauerathleten auf diesem Planeten sind klassische Ballettänzer beiderlei Geschlechts, auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht.

    Also, ich denke, nur vom Lesen wird man sich nicht verbessern, egal in welcher Kampfkunst. Aber ich sehe das wie Schnüffler, wenn die entsprechenden Basics da sind, gibt es schon Dinge, die man mit Hilfe eines Buches dazulernen und verbessern kann. Z.B. den Ablauf einer Kata oder auch bestimmte Drills/Übungen, um eine Technik zu verbessern. Auch das wird einem aber nur etwas bringen, wenn man es dann auch beim oder direkt nach dem Lesen umsetzt bzw. ausprobiert. Und ob es tatsächlich was gebracht hat, bzw. ob es wirklich so richtig ist, wird man dann auch erst wieder im Training mit einem Lehrer/Sensei/Coach oder zumindest einem erfahrenen Trainingspartner merken. Insofern finde ich (Lehr)bücher zur Kampfkunst durchaus berechtigt und sinnvoll. Nur das Versprechen, man könne eine Kampfkunst nur aus dem Buch lernen (ich denke da an so GU Ratgeber, die es früher immer im Bahnhofsbuchhandel gab), das ist natürlich Murks.

    Ehm, Leute, ich mein ja nur ... hat das jeztt noch was mit der Ausgangsfrage bezüglich WTF vs. ITF Teilnahmebedingungen zu tun, oder ist das jezt nur noch Pharao-Bashing? Weil, dann würde ich sagen, macht dafür doch bitte einen eigenen Thread auf ...